TSV 1860 Ismaik-Bruder über Bez-Ausscheiden: "Hasan hat ihn entfernt"

Beim TSV 1860 geht es mal wieder drunter und drüber: Hasan Ismaik (r.) ist vorzeitig aus München abgereist, Ulrich Bez aus sienen Ämtern zurückgetreten. Foto: dpa/sampics/Augenklick

Über das Ausscheiden von Ulrich Bez aus seinem Ämtern beim TSV 1860 gibt es verschiedene Ansichten. Laut eines Medienberichts soll es kein freiwilliger Rücktritt gewesen sein.

 

München - Ist er nun freiwillig zurückgetreten oder nicht? Der TSV 1860 bestätigte am Freitag nur, dass 1860-Aufsichtsrat und Beirat Ulrich Bez am Donnerstag seinen Rücktritt erklärt habe. Über die Gründe hüllten sich die Löwen in Stillschweigen.

Die "Süddeutsche" berichtet nun, dass der Ismaik-Vertraute keineswegs freiwillig gegangen sei: "Er ist nicht zurückgetreten, Hasan hat ihn entfernt. Er hat eher für den Klub gearbeitet als für Hasan", wird Ismaiks Bruder Abdelrahman Ismaik zitiert. Der Hintergrund: Bez soll Ismaik dazu aufgefordert haben, entweder zu investieren oder seine Löwen-Anteile zu verkaufen.

Bez widerspricht der Darstellung in der "SZ" aber direkt: "Die Entscheidung, was Hasan Ismaik mit seinen Anteilen macht, liegt vollständig bei ihm. Daran habe ich nie einen Zweifel gelassen. Dass man Vorschläge unterbreitet, wie es weitergehen könnte, gehört doch zu der Aufgabe. Ich habe ihm Leute vorgeführt, die interessant sind, und auch andere Optionen."

Dabei habe er Ismaik laut dessen Bruder "einen Käufer genannt, der einen sehr niedrigen Preis geboten hat." Nicht genug für Ismaik, der mittlerweile seit der Übernahme von 60 Prozent der Anteile  2011 und zahlreichen weiteren Darlehen in den vergangenen Jahren rund 50 Millionen Euro investiert hat.

Wie geht es also weiter mit den Löwen? Laut Vereinsangaben müssen die nach Bez' Rückzug vakanten Ämter innerhalb von acht Wochen nachbesetzt werden.Für Sechzig aber ungleich wichtiger: Ende des Jahres steht die alljährliche Umwandlung von Ismaik-Darlehen in Genuss-Scheine an, wenn der Klub keine satte Geldstrafe berappen soll.

Ob Ismaik sich dazu erneut bereit erklärt, wird nach den geplatzten Verhandlungen immer unwahrscheinlicher. Es ist nur einmal mehr klar geworden: Das Wohl der Löwen hängt komplett vom Wohlwollen des Jordaniers ab.

 

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