TSV 1860 in Bochum Löwen planen Dreier-Feier: Alles für Bierofka!

Gefordert gegen Bochum: die Löwen Kai Bülow, Maximilian Wittek und Levent Aycicek (v.l.). Foto: imago Foto: imago

Gegen Bochum macht der Interimstrainer der Löwen sein letztes Spiel als Chefcoach – und seine Spieler planen einen Ausstand mit Dreier: „Er gibt immer Vollgas für uns, jetzt wollen wir Vollgas für ihn geben“

 

München - Daniel Bierofka hat kaum damit begonnen, seine Vorstellungen bei den Profis des TSV 1860 umzusetzen – schon muss er wieder weichen. Am Samstag (13 Uhr, Sky) beim VfL Bochum steigt Bierofkas ganz persönliches Finale. Seine Kapitäne sind sich einig: Zum Abschied seiner 15-(werk)tägigen Beförderung zum Chefcoach soll es drei Punkte geben. „Wir wollen für Biero siegen, das wäre am Schönsten“, sagt Spielführer Stefan Aigner der AZ am Freitag vor dem Duell der Giesinger (14.) beim Tabellennachbarn (13.), dem letzten Auswärtsspiel des Jahres.

Der Kapitän-Kumpel von Aushilfsboss Bierofka weiß, dass dieser danach (zumindest als Cheftrainer) wieder abtreten muss. Aigners Vize Jan Mauersberger sagt über den Urlöwen: „Wer ihn kennt, der weiß: Er ist nicht nur ein Vollblut-Sechzger, sondern auch sein Vollgas-Mensch.“ Seine Rechnung: „Er gibt immer Vollgas für uns, jetzt wollen wir noch einmal Vollgas für ihn geben und punkten.“ Die Löwen planen im Bochumer Ruhrstadion eine Dreier-Feier zu Bierofkas Ausstand.

Mauersberger: "Bierofka nicht nur ein Vollblut-Sechzger, sondern auch ein Vollgas-Mensch"

Dafür, dass der Plan am Ende aufgeht, hat der 37-Jährige mit dem 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden den Grundstein gelegt: „Wir wissen, dass es zum Schluss glücklich für uns war, aber irgendwann wird man für seine Arbeit belohnt. Biero hat uns mit seiner leidenschaftlichen Art gut eingestellt, und das hat er auch jetzt vor Bochum wieder getan“, sagt Aigner, „zudem gibt jeder Sieg Selbstvertrauen.“

Nach dem Dusel-Dreier hat 1860 15 Punkte auf dem Konto, könnte mit einem Auswärtssieg mit dem VfL gleichziehen und weiter Abstand zu den Abstiegsrängen schaffen. Die Devise, so Mauersberger, sei „ähnlich aufzutreten wie gegen Dresden, genauso aggressiv und gierig“. Aber, im Gegensatz zur Schlussphase, „besser abzusichern nach hinten. Der Schlüssel wird sein, den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Wir müssen sehen, diese noch effektiver auszunutzen, um unsere Spielweise wieder in Punkte umzumünzen.“

Aycicek lobt Bierofkas "klare Spielidee"

Einer, der an Effektivität zuletzt nicht zu überbieten war, ist Levent Aycicek. Matchwinner gegen Dresden, ein halbes Dutzend Torbeteiligungen in den letzten sechs Spielen – „kann so weitergehen“, sagt der formstarke Löwe. Seinem Siegtreffer am vergangenen Samstag ging genau eine solche Situation voraus, wie sie Bierofkas Spielstil heraufbeschwören soll: Auch in den Vorschlussminuten schufteten die Sechzger trotz stark nachlassender Kräfte noch aggressiv gegen den Ball. Aycicek erklärt: „Wir haben eine klare Spielidee: Wir wollen die Gegner früh pressen, damit sie ihr Spiel gar nicht erst entfalten können und vielleicht mal einen Ballverlust in einer Zone haben, wo wir schnell zum Tor kommen können.“

Dresden war zuletzt sechs Spiele ungeschlagen geblieben, und auch die Bochumer haben, mit den Ex-Löwen Peniel Mlapa und Jannik Bandowski in ihren Reihen, eine starke Serie vorzuweisen: sieben Heimspiele, drei Siege, vier Remis – und noch keine Niederlage. „Irgendwann wird man immer sein erstes Spiel verlieren – auch Bochum“, sagt Aycicek frech mit der neuen Überzeugung der Bierofka-Löwen. Fehlt „nur“ noch der zweite Sieg in Folge: Damit könnte 1860 erstmals seit längerem den Anschluss ans untere Tabellenmittelfeld herstellen. Und Bierofka einen ordentlichen Ausstand bescheren.

 

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