TSV 1860 im Umbruch Was wird jetzt aus "Wunderheiler" Hans Baudisch?

Seine Zukunft ist ungewiss: 1860-Reha-Trainer Hans Baudisch. Foto: imago

Weiter ist unklar, wer neuer Trainer der Sechzger wird. Und welche Assistenten dieser mit nach Giesing bringt. Nach AZ-Informationen ist Reha-Trainer Hans Baudisch bislang im Unklaren, wie es mit ihm weitergeht. Sein Abgang wäre ein herber Verlust für den TSV 1860.

 

München – Er nimmt sich viel Zeit. Er hört den Spielern genau zu. Und er beobachtet sie noch genauer. Ihren Rhythmus beim Laufen, ihre Spritzigkeit bei Sprints, ihre Belastbarkeit unter Wettkampfsimulation. Reha-Trainer Hans Baudisch hält sich stets im Hintergrund, dabei ist er im Team hinter dem Team einer der wichtigsten Protagonisten der Sechzger.

Baudisch erarbeitet detailgenau Pläne mit verletzten oder angeschlagenen Profis, solchen, die nach OPs zurückkehren. Er führt sie sachte wieder an härtere Belastungen ran, macht sie robust gegen Rückschläge. Er hat dabei eine beeindruckende Erfolgsquote. Oft kehren Löwen-Profis nach Verletzungen schneller zurück, als gedacht.

Baudischs Zukunft ist ungewiss

Das Wichtigste: Sie werden nicht durch neuerliche Verletzungen zurückgeworfen, weil sie etwa überhastet wieder eingesetzt würden. Es ist ein Vorwurf, der zum Beispiel beim FC Bayern immer wieder aufkommt. Dass die Reha bei Sechzig dagegen so reibungslos funktioniert, ist Baudischs Verdienst.

Dennoch weiß er nach AZ-Informationen aktuell nicht, ob er kommende Saison überhaupt noch an der Grünwalder Straße arbeiten darf. Schließlich kündigte der Verein unter der Woche in einer schwammig formulierten Presseerklärung eine „Neugestaltung und Weiterentwicklung der Profi-Mannschaft“ und „Neuausrichtung der Geschäftsstelle“ an.

Es geht darum, Kosten zu sparen

Es geht darum, Kosten in der Fußball-KGaA einzusparen. Investor Hasan Ismaik soll eine Kostenreduzierung von bis zu 25 Prozent fordern. Entscheidender dürfte für Baudisch jedoch der kommende Chefcoach sein. Ob dieser seinen eigenen Reha-Trainer mitbringt. Oder ob dieser mit Baudisch zusammenarbeiten will.
Im Juli hatte der damalige Löwen-Trainer Torsten Fröhling den Hanseaten zum TSV 1860 geholt. Beide arbeiteten fast 16 Jahre zusammen, einst zum Beispiel beim VfL Oldenburg. Auch Benno Möhlmann und zuletzt Daniel Bierofka vertrauten auf seine Fähigkeiten.

Für Baudisch ist Sechzig ein Full-Time-Job. Er ist oft mit der Erste auf dem Trainingsplatz und einer der Letzten, der das Trainingsgelände nach getaner Arbeit verlässt. Fakt ist: Die Spieler vertrauen ihm. Sie reden viel mit ihm, sprechen ihre Sorgen und Bedenken an, holen sich Rat bei ihm. Fakt ist ebenso: Sein Verbleib unter dem neuen Trainer, wie dieser auch heißen mag, ist nicht sicher. Fakt ist aber auch: Ein Weggang des „Wunderheilers“ wäre ein herber Verlust für die Sechzger.

 

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