TSV 1860 gegen Karlsruhe AZ-Analyse: Neuer Trainer, altes Löwen-Leid

Am Ende einmal mehr frustriert: Die Spieler des TSV 1860 nach dem 0:1 gegen den Karlsruher SC. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 taumelt nach der verpatzten Pflichtspiel-Premiere von Trainer Benno Möhlmann weiter im Tabellenkeller. Das Spiel glich den Partien unter Ex-Trainer Torsten Fröhling: Viel Aufwand, wenig Ertrag. Die AZ-Spielanalyse

 

München - Debüt vermurkst: Auch unter Neu-Trainer Benno Möhlmann kann der TSV 1860 nicht gewinnen. Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC setzte es ein 0:1. Damit fehlt auch im elften Spiel der Saison nach wie vor ein Dreier - ein Armutszeugnis.

Das Spiel: Sichtlich niedergeschlagen waren die Löwen-Spieler nach der 0:1-Niederlage gegen den KSC. Der Schwung des Trainerwechsels hielt genau bis zum Gegentor in der 33. Spielminute. Danach agierten die Sechzger so, wie man es aus dieser Saison gewohnt war - zu drucklos, zu wenige Torchancen und folglich zu wenig Tore. Dass es nicht einmal ein torloses Unentschieden gab, ist schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass es der KSC bei einem seiner wenigen Angriffe besser machte.

Das Tor: In der 33.Minute packte KSC-Spielmacher Hiroki Yamada einen Außenrist-Zuckerpass durch die Gasse aus. Das Zuspiel fand den startenden Erwin Hoffer, der jden Innenverteidiger-Duo enteilte. Hoffer blieb cool und schob zum großen Löwen-Leid eiskalt ein.

Die Szene des Spiels: Ebenjenes 1:0, doch die Szene hatte ihren Ursprung bereits vorher: Denn es war ausgerechnet Sertan Yegenoglu, jener Nachwuchs-Innenverteidiger, der für den erkrankten Rodnei in die Startelf rückte und vor dem Löwen-Gegentreffer einen folgenschweren Fehlpass spielte. Postwendend kam der Ball zurück und Yegenoglu dem davoneilenden Hoffer nicht mehr hinterher - der schnelle Torjäger tunnelte 1860-Torhüter Vitus Eicher zur Gästeführung (33.). Am Ende machte diese Szene den Unterschied aus. Zum Pech des Innenverteidiger-Talents und der Löwen reichte den Gästen diese eine Szene dazu, die drei Punkte aus der Allianz Arena zu entführen.

Das war gut: Die Anfangsphase. Sechzig agierte mutig, im von Möhlmann favorisierten 4-1-4-1-System lief der Ball teilweise sehr ansehnlich durch die Reihen der Löwen. Über den jungen Emanuel Taffertshofer, über Mittelfeld-Motor Daniel Adlung und über Spielmacher Michael Liendl, der zweimal gekonnt Torjäger Rubin Okotie einsetzte. Die Löwen hatten nicht nur zu Beginn, sondern über die gesamte Spieldauer klare Feldvorteile, deutlich mehr Torschüsse und die besseren Chancen - am Ende half's alles nichts. Auch bei der größten Löwen-Chance durch Okotie mussten die Fans den Torschrei unterdrücken, weil der Kopfball knapp drüber ging (83.).

Das war schlecht: Einige Schwachstellen hatten die Löwen durchaus: Aber nicht nur besagte Szene beim Gegentreffer, sondern auch in der Offensive. Von den beiden Außenbahnen kam zu wenig, auf links konnte Maxi Wittek und Marius Wolf kaum Impulse setzen. Aber auch auf demr echten Flügel ging nicht viel, Stephane Mvibudulu agierte gerade in der Anfangsphase zwar auffällig, aber glücklos und baute in der Folge zusehends ab. Am Ende des Tages waren einmal mehr Defizite in der Chancenverwertung auszumachen, auch bei Okotie. Wer solche Chancen hat, muss sie eben reinmachen.

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Das sagt Löwen-Trainer Benno Möhlmann: "Ich hätte mir den Einstand sicher besser vorgestellt. Ich glaube, das wäre auch möglich gewesen. Wir haben leider in der ersten Halbzeit nicht mutig, entschlossen und schnell genug über die Außenbahnen agiert. Wir haben da nicht das offensive Spiel gesucht, sondern einfach zu lange gebraucht, um letztlich da durchzukommen. Wir haben sicherlich ein, zwei Situationen gehabt, aber aus dem Spiel heraus ist es einfach zu wenig gewesen. In der zweiten Halbzeit ist es schwieriger gewesen für uns, weil dann Karlsruhe sehr gut deckt und die Außenbahn gedoppelt hat und insofern für uns heute die Mittel gefehlt haben, uns entscheidend durchzusetzen. Ich hab das Spiel trotz allem nicht so schlecht gesehen, dass man jetzt den Kopf in den Sand stecken muss."

Das sagt KSC-Trainer Markus Kauczinski: "Diesmal hatten wir das Quäntchen Glück, das uns in den letzten drei Spielen gefehlt hat. Wir waren sicher nicht die bessere Mannschaft, die Jungs haben wohl auch den Druck gespürt."

 

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