TSV 1860 gegen Holstein Kiel Dank Doppelpacker Okotie: Die Löwen können noch gewinnen

Ließ sich feiern: Doppel-Torschütze Rubin Okotie. Foto: Imago

Der TSV 1860 siegt beim Drittligisten Holstein Kiel glücklich mit 2:1 (0:1) und zieht in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Schindler: "So dürfen wir nicht auftreten"

Kiel - Er schrie die Erleichterung geradezu heraus, als er zum Ausgleich traf. Rubin Okotie hing gegen tapfer verteidigende Kieler lange in der Luft und hatte nicht eine Chance, die Löwen lagen 0:1 hinten.

Dann kam die Stunde des österreichischen Knipsers. Okotie rettete den TSV 1860 mit seinem Doppelpack (55., 81., Elfmeter) zum 2:1-Sieg vor der Pokal-Blamage gegen Drittligisten Holstein Kiel. Zuvor liefen die Löwen durch einen Geniestreich von Tim Siedschlag (8.) lange einem Rückstand hinterher. „In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft das Spiel repariert. Wir sind sehr froh über das Ergebnis“, sagte Löwen-Trainer Ricardo Moniz.

Ohne die zwar begnadigten, aber nicht in der Startelf stehenden Partylöwen Daniel Adlung und Yannick Stark begannen die Löwen im Kieler Holstein-Stadion vor knapp 10.000 Zuschauern so, wie sie gegen RB Leipzig in der Liga (0:3) aufgehört hatten: mies. Der wackere Drittligist um Ex-Löwen Manuel Schäffler erspielte sich im ersten Durchgang so viele Chancen, wie die Löwen im ganzen Spiel nicht hatten. Die zweite verwertete Siedschlag nach einem Stellungsfehler von Gary Kagelmacher mit einem sehenswerten Lupfer über Stefan Ortega, der anstelle von Gabor Kiraly sein Pflichtspieldebüt im Löwen-Tor gab.

Neu-Kapitän Chris Schindler: „Anfangs hat man gesehen, dass wir wenig Selbstvertrauen haben - was nach zwei Niederlagen hintereinander auch nicht verwunderlich ist. Aber so dürfen wir trotzdem nicht auftreten.“

Erst der denkbar schlechte Saisonstart mit zwei Pleiten gegen K’lautern und Leipzig und Platz 17 in der Tabelle – und jetzt das? Auch noch gegen einen ersatzgeschwächten Drittligisten, der auf zahlreiche Stammspieler verzichten musste? Nein, diesmal bewiesen die Löwen: Sie können noch gewinnen. Nach einer vermurksten ersten Hälfte steigerte sich das Team von Trainer Ricardo Moniz und drehte das Spiel.

Allen voran hatte Rubin Okotie großen Anteil daran, dass die Löwen einer entspannteren Woche entgegensehen. Der Stürmer avancierte mit seinem Doppelpack zum Pokal-Helden: Erst traf er nach Flanke von Marin Tomasov per Kopfball-Aufsetzer (65.), dann verwandelte er einen an ihm selbst verursachten Elfmeter (81.). Schon der zweite Doppelpack von Okotie in der noch jungen Saison, auf dessen Kappe damit alle vier bisherigen Löwen-Tore gehen.

Aber auch die restliche Mannschaft ließ erkennen, dass nicht die dritte Saison-Pleite nacheinander zu Buche stehen sollte. „Die Reaktion in der zweiten Halbzeit war dann richtig gut“, sagte Schindler. Und sogar Ricardo Moniz hatte diesmal ein gutes Händchen: Der Löwen-Trainer brachte Neuzugang Daylon Claasen nach der Pause für Rechtsverteidiger Moritz Volz und zog den bis dahin völlig wirkungslosen Markus Steinhöfer zurück. Claasen machte viel Betrieb und leitete viele Löwen-Angriffe ein.

Im Rampenlicht stand aber ein Anderer: Rubin Okotie, der doppelte Doppelpacker.

 

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