TSV 1860 Funkel spielt: Der Schwächste fliegt

Für die Löwen kaum zu ersetzen: Yannick Stark (links, gegen Marco Reus) ist auch unter Funkel gesetzt. Foto: Sampics/Augenklick

Weil der Löwen-Trainer in Kaiserslautern wieder auf Rob Friend als zweite Spitze setzt, muss ein Mittelfeldspieler raus. Die Kandidaten sind Stark, Wannenwetsch, Stahl. Wen es trifft – und warum.

 

MÜNCHEN Irgendwann musste er Rob Friend die schlechte Nachricht überbringen. Die Nachricht, dass der Matchwinner vom 3:1-Erfolg gegen Erzgebirge Aue beim Pokalhit gegen den BVB nicht in der Startaufstellung der Löwen stehen würde. „Ich wusste seit Sonntag, seit ich mich mit Dortmund beschäftigt habe, dass wir so spielen”, sagt Löwen-Trainer Friedhelm Funkel.

Das heißt mit Yannick Stark, Stefan Wannenwetsch und Dominik Stahl als Dreierkette vor der Abwehr. Ohne zweiten Stürmer. Ohne Rob Friend. „Ich habe ihm meine Entscheidung am Dienstagvormittag mitgeteilt.” Und wie? „Ich bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: ’Rob, das ist jetzt schwer zu verstehen. Aber das ist auch für mich eine schwere Entscheidung’.” Nach einem intensiven Gespräch hatte der Kanadier ein Einsehen. Funkel hatte ihm offensichtlich glaubhaft vermittelt: „Es zählt immer die Mannschaft.”

Nun geht es für den TSV 1860 am Sonntag zum 1. FC Kaiserslautern. Ein schwieriger Gegner. Aber beileibe nicht der BVB. Also sagt Funkel: „In Kaiserslautern ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Rob wieder spielt.” Friend wird das gerne hören, hatte er doch unlängst betont, dass er kein Joker sei.

Das heißt aber auch, dass Funkel aus seinem Dreier-Konstrukt ein Zweier-Gebilde machen muss. Die AZ zeigt, wen es am ehesten treffen könnte.

Der 22-Jährige ist gesetzt – auch unter Funkel. Stark ist der Fixpunkt im Spiel der Löwen, offensiv wie defensiv. Er trifft am Sonntag auf seinen einstigen Förderer Kosta Runjaic. Der neue Lautern-Trainer holte den Lockenkopf einst zum SV Darmstadt. Zusammen schafften sie den Aufstieg in die 3. Liga. Stark war Runjaics bester Mann. Funkel wird seinem Antreiber nicht das Wiedersehen verderben.Tendenz: Stark spielt sicher.

Es ist noch nicht mal ein Jahr her, da erhielt der 21-Jährige unter seinem langjährigen Förderer Alexander Schmidt einen Profivertrag. Wurde dann aber wieder fallengelassen. Profitiert seit zwei Wochen vom Ausfall Daniel Bierofkas – mit teilweise beeindruckenden Vorstellungen. Auch Funkel ist begeistert, sagte nach Dortmund-Spiel über das Kämpferherz von Wannenwetsch: „Da geht mir das Herz auf.”
Tendenz: Bleibt in der Startelf.

Machte am Dienstag sein bestes Spiel im Löwentrikot – bis zu seiner Roten Karte. Diese gilt zwar nicht für den Ligabetrieb, dennoch wird es am Ende wohl Stahl sein, der zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. Auch weil Funkel sagt: „Es bleibt derjenige draußen, der am müdesten ist am Wochenende.” Der Schwächste fliegt! Für Stahl war Dortmund der erste längere Einsatz nach seiner Verletzungspause. Als tragischer Held zudem mental überstrapaziert.
Tendenz: Stahl pausiert.

 

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