Skandal in der Regionalliga Bayern FC Pipinsried: Waren Teile der Mannschaft gar nicht spielberechtigt?

Anfang Mai feierten die Löwen in Pipinsried die Meisterschaft. Jetzt droht dem dortigen FC der Zwangsabstieg. Foto: sampics/Augenklick

Auch wenn niemand darüber nachdenken will, dass der TSV 1860 in der Drittliga-Relegation scheitern könnte, besteht eine durchaus realistische Chance, dass die Löwen auch 2018/19 wieder in der Regionalliga Bayern spielen. Doch wie die dann aussieht, ist aktuell völlig unklar.

 

München – Großer Skandal in kleiner Liga? Eine Anzeige des SV Seligenporten droht, den gesamten bisherigen Saisonverlauf der Regionalliga Bayern auf den Kopf zu stellen. Die – Stand jetzt – abgestiegenen Seligenportener behaupten nämlich, dass große Teile der Mannschaft von Abstiegs-Konkurrent FC Pipinsried gar nicht spielberechtigt für die Regionalliga Bayern waren.

In der Spielordnung der Regionalliga Bayern heißt es in Paragraph 32: "Spielberechtigt ist nur dasjenige Vereinsmitglied, das nach den Vorschriften des BFV eine Spielerlaubnis für seinen Verein erhalten hat und damit registriert ist. […] Der Nachweis des Spielrechts kann nur mit einem Spielerpass […] geführt werden." Und in Paragraf 33 wird präzisiert: "Die Beantragung eines Spielerpasses setzt die Mitgliedschaft im antragstellenden Verein voraus."

Und genau da liegt laut der Anzeige des SV Seligenporten das Problem: Demnach soll der FC Pipinsried über die gesamte Saison mehrere Spieler eingesetzt haben, die keine ordentlichen Vereinsmitglieder waren. Ob dem tatsächlich so ist, will das Verbands-Sportgericht (VSG) des bayerischen Fußballverbands nun im Eilverfahren klären und hat dafür am heutigen Mittwoch eine mündliche Anhörung angesetzt.

Ein Schuldspruch würden den Tabellenkeller durcheinanderwirbeln

Grund für die hohe Dringlichkeit ist die Tragweite eines möglichen Schuldspruchs: Aktuell wäre Seligenporten als 18. der Tabelle direkt abgestiegen, Pipinsried als 14. hingegen gerettet. Sollte es jedoch tatsächlich so sein, dass Pipinsried nicht zugelassen Spieler eingesetzt hatte, so würden alle entsprechenden Partien mit 0:2 gewertet und der Verein bei gerade einmal acht Punkten Vorsprung auf den 18. Tabellenplatz wohl mit ziemlicher Sicherheit in die Abstiegsränge zu rutschen. Davon wiederum würde Seligenporten dann profitieren und auf einen Relegationsrang aufsteigen.

"Vor dem Hintergrund dieser Tragweite haben wir am Dienstag ebenso vorsorglich wie pflichtgemäß alle 19 Regionalligisten über die Eröffnung des Verfahrens informiert und unsere weitere Vorgehensweise dargelegt", sagte Reinhold Baier, der als BFV-Vizepräsident auch für die Sportgerichtsbarkeit beim BFV zuständig ist. Und weiter: "Das Verbands-Sportgericht hat wegen der Eilbedürftigkeit das Verfahren als oberste Instanz an sich gezogen".

Problematisch ist natürlich, dass Seligenporten erst jetzt, nach Abschluss der regulären Saison und nur wenige Tage vor den Relegationsspielen um den Abstieg in die Bayernliga (Freitag und Montag), Anzeige erstattet hat. Nun gilt es also, in größter Eile und dennoch mit der bei diesem brisanten Thema gebotenen Sorgfalt die Vorwürfe zu prüfen und ein Urteil zu fällen. Der BFV will alle Regionalligisten sowie die Öffentlichkeit unmittelbar nach dem Urteilsspruch informieren und das weitere Vorgehen bekanntgeben.

 

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