TSV 1860 Endlich Spielmacher

Rückkehr gegen Paderborn? Florin Lovin Foto: sampics

Florin Lovin hat sich in die Stammelf gespieltund reißt zunehmend das Löwen-Spiel an sich: „Ich habe noch nicht alles gezeigt, was von mir erwartet wird. Ich muss 1860 etwas zurückgeben.“

 

MÜNCHEN Er trägt jetzt diesen kurz geschorenen Zentimeter-Haarschnitt, streicht sich über den Kopf und sagt: „Mir gefällt das so, ich habe es gerne etwas kürzer.“ Seit knapp zwei Wochen zeigt sich Löwen-Mittelfeldmann Florin Lovin im neuen Look. Dass es seitdem für ihn auch sportlich richtig rund läuft, mag Zufall sein. Nach längerem Hin und Her zu Beginn der Spielzeit, gehört er nun aber zum unumstrittenen Stamm der Mannschaft. „Ich habe im Moment eine gute Phase. Eigentlich ist es für mich hier gerade so gut wie noch nie“, sagt der defensive Mittelfeldspieler, der vor der letzten Saison mit der Empfehlung von 32 Europacup-Einsätzen vom rumänischen Spitzenklub Steaua Bukarest nach Giesing kam, dann aber wegen eines Kreuzbandrisses fast die gesamte Spielzeit verpasste. Danach hatte er Schwierigkeiten, sich an die Spielweise der 2. Liga und auch der Löwen zu gewöhnen.

Vorbei! Seit Wochen schon gehört Lovin immer mit zu den besten, der schmächtige Lulatsch überzeugt mit seinen langen und präzisen Diagonalpässen über das halbe Feld, treibt das Spiel an, gibt die Kommandos. Zudem überzeugt er mit seiner Ballfertigkeit und durch seine Passsicherheit. Lovin ist endlich Spielmacher.

Auch Trainer Reiner Maurer findet: „Florin hat eine gute Tendenz, es läuft bei ihm jetzt deutlich besser. Er hat sich sehr gut angepasst an die Mannschaft und ist aufgrund seiner Ausstrahlung sehr wichtig für das Team.“ Das spürt auch Lovin selbst – und betont: „Ich weiß, dass von mir immer sehr viel erwartet wurde, und ich habe das noch nicht alles bewiesen.“

Vergangene Woche war publik geworden, dass Lovin sich angeblich mit Abwanderungsgedanken trägt. Nun betont er: „Natürlich will ich in der Bundesliga spielen. Aber erstmal muss ich das Vertrauen an den Verein zurückzahlen, das er in mich gelegt hat. Ich muss 1860 etwas zurückgeben. Also will ich hier jetzt nicht weg.“

Es liegt auch an Lovin selbst, die Löwen-Erfolgsserie beim nächsten Gegner Cottbus am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de) fortzusetzen. Etwa durch ein Tor oder eine Vorlage, die ihm noch immer fehlen. „Er muss torgefährlicher werden“, fordert Maurer, und bemängelt: „Florin spielt zu oft horizontal und lässt sich zu weit zurückfallen.“ Bislang hat Lovin erst einmal getroffen: per Kopf, in Düsseldorf, allerdings ins eigene Netz. „Es muss das Ziel sein, dass er bald mehr Scorerpunkte als Minuspunkte hat“, verlangt Maurer. Ein großer Torjäger war der 28-Jährige freilich noch nie – auch in seinen neun Erstligajahren in Rumänien erzielte Lovin nie mehr als ein Tor pro Saison.

Aber immerhin, er versucht es jetzt: Seine vielen Torschussversuche waren sehr auffällig.

Marco Plein

 

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