Sechzig drohen Konsequenzen Wegen Pyro-Ärger: Punktabzug für die Löwen?

, aktualisiert am 13.03.2018 - 06:44 Uhr
Rauchschwaden über der Löwen-Fankurve: Die Szene vom Freitagabend gegen Seligenporten. Foto: sampics/Augenklick

Nach den Vorfällen im Spiel gegen Seligenporten drohen 1860 Konsequenzen. Geschäftsführer Scharold distanziert sich von der Aktion. Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen?

München - Es ist ein Dauerthema beim TSV 1860: Die Pyro-Ausfälle der Fans, die die Fans bis in die Viertklassigkeit verfolgen. Jetzt haben sich die 1860-Ultras zum nächsten Pyroeklat hinreißen lassen – und das ausgerechnet in Giesing, ausgerechnet in ihrem Sehnsuchtsort, dem Grünwalder Stadion.

Und das, obwohl die Löwen nach den Vorfällen rund um die Abstiegsrelegation nur unter strenger Beobachtung in der Regionalliga mitspielen dürfen.

Am Freitagabend gegen den SV Seligenporten (3:0) waren mehrere grelle Lichter in der Westkurve zu sehen, dazu stieg dichter Rauch aus den Rängen heraus über den Blöcken auf. Sechzig drohen nun erneut scharfe Konsequenzen. Wie der Bayerische Fußball Verband (BFV) der AZ erklärte, kommt der Vorfall vor die eigene Sportgerichtsbarkeit. Demnach habe Schiedsrichter Lothar Ostheimer fünf sogenannter Blitzfackeln in der Westkurve in seinem Spielbericht vermerkt.

Der BFV wertet diese Blitzfackeln eigenen Angaben zufolge als Pyrotechnik. Mehr noch: Der Verbandsanwalt sei gemäß Rechts- und Verfahrensordnung angehalten, bei der Sportgerichtsbarkeit ein entsprechendes Verfahren gegen Sechzig zu beantragen. Heißt: Die Rechtsprechung des Verbandes prüft mögliche Konsequenzen. Mögliche Strafen für Fälle von Pyrotechnik reichen laut BFV derweil von einer Geldstrafe bis hin zum Punktabzug. Und das mitten im Aufstiegskampf.

Ein Rückblick: Sechzig war in dieser Saison durch seine Ultras schon einmal negativ aufgefallen. Beim Auswärtsspiel beim FC Augsburg II im Oktober hatten diese einen regelrechten Pyroexzess im Gästeblock abgebrannt, woraufhin das Spiel mehrere Minuten unterbrochen worden war. "Ich gehe nicht davon aus, dass es zu einem Teil-Ausschluss der Fans kommt oder dass es einen Punktabzug gibt", hatte Spielleiter Josef Janker damals der AZ erklärt. "Beim BFV war Sechzig Ersttäter." Das Verfahren gegen Sechzig wegen des Augsburg-Spiels liegt nach wie vor beim Sportgericht. Bis heute wurde kein Urteil gefällt beziehungsweise eine Entscheidung und eine mögliche Sanktion bekanntgegeben.

Kritisch hinterfragt werden muss auch die Rolle des Ordnungsdienstes im Grünwalder Stadion. Dem Vernehmen nach soll die Pyro im Bereich der Aufgänge zu den Blöcken G und H gezündet worden sein. In diesen Bereichen stehen in der Regel Ordner, eigentlich, um aufzupassen, dass genau sowas nicht passiert. Wurde hier geschlampt? Oder waren die Ordner schlicht überfordert? Wie sowas passieren kann, wollte – oder konnte – Sechzig auf Anfrage nicht erklären.

Zu den Vorfällen vom Freitag ließ Geschäftsführer Michael Scharold mitteilen: "Das ist eine unerfreuliche Sache. Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Aktion und werden diese intern aufarbeiten."

Auch beim Derby gegen den ärgsten Löwen-Verfolger, den FC Bayern II, hatte es Pyro im Grünwalder gegeben. Allerdings durch die Bayern-Fans. Und in der Ostkurve statt der Westkurve. Wie und ob die Bayern sanktioniert werden, gab der BFV bislang ebenfalls nicht bekannt. Dabei geht es zwischen beiden Klubs nicht zuletzt um die Meisterschaft mit dem eventuellen Showdown am 29. April vor großer Kulisse in der Allianz Arena. Und dem nächsten Pyro-Vorfall? 

Lesen Sie hier: Atemlos durch die Liga - was Sechzig noch besser machen muss

 

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