TSV 1860 Die blaue Eminenz: Bashas neuer Job

Kümmert sich ab sofort um Business Development und Investor Relations: Noor Basha. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Es ist unterschrieben: Der Cousin des Investors bekommt neue Aufgaben bei 1860. Es ist das Ende eines Machtkampfes – zumindest vorerst.

 

München - Nach wochenlangem Ringen und internen Querelen hat der TSV 1860 die Personalie Noor Basha gelöst. Der Jordanier hat bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, also der ausgelagerten Profi-Abteilung der Löwen, einen neuen Vertrag unterschrieben. Das erfuhr die AZ am Mittwoch exklusiv. Er wird künftig für die Bereiche Business Development und Investor Relations zuständig sein. Die AZ erklärt, was das für den TSV bedeutet.

Warum der neue Posten? Seit wenigen Wochen ist Infront der neue Exklusiv-Vermarkter der Löwen. Basha, der die Vermarktung bei 1860 mit H.I. Squared geleitet hatte, hatte diesen Deal selbst mit eingefädelt. Einerseits, um den TSV in die Hände einer weltweit agierenden Sportvermarktungs-Firma zu legen. Andererseits, um sich selbst künftig auf ausgewählte Bereiche seiner Arbeit konzentrieren zu können.

Wird Basha jetzt „Sportdirektor“? Nein. Er wurde in den letzten Wochen von Kritikern zwar als „Möchtegern-Sportdirektor“ verspottet. Seine künftigen Aufgaben werden aber nur in einem Bereich direkten Einfluss auf den Sport haben: in der Frage der Lizenzierung. Basha wird als Investor-Relations-Verantwortlicher weiterhin die Schnittstelle zwischen 1860 und Investor Hasan Ismaik sein. Gerade in der jetzigen Phase kommt Basha daher eine Schlüsselrolle zu. Am 16. März müssen die Löwen die Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison einreichen. Da Ismaik erneut mehrere Millionen zur Sicherung des Etats wird zuschießen müssen (2013/14 neun Mio., 14/15 sechs Mio.), übernimmt Basha die Abstimmung mit seinem Cousin in Abu Dhabi. Die Kaderplanung wird dagegen nicht zu seinen Aufgaben gehören.

Was heißt Business Development? Darüber hinaus wird Basha für den Kontakt zu bestehenden Großsponsoren zuständig sein. Der Jordanier, der schon vor seiner Zeit beim TSV beim Pharma-Riesen Roche als Vertriebs- und Marketing-Manager gearbeitet hatte, soll besondere Vermarktungsprojekte koordinieren. Zum Beispiel mit Macron, dem neuen Ausrüster, den H.I. Squared als letzten großen Partner an Land gezogen hatte, ehe Infront übernahm. In diesem Feld wird Basha hauptsächlich mit Geschäftsführer Markus Rejek zusammenarbeiten.

Wie viel verdient Basha? Zuletzt wurde in den Medien über ein Gehalt von 150 000 Euro spekuliert. Diese Summe ist nach AZ-Informationen deutlich zu hoch und wurde aus dem Aufsichtsrat gestreut, um Bashas Neuanstellung zu verhindern. Ein Vorgehen, das in ähnlicher Form vor zwei Jahren zum Konflikt zwischen Basha und dem damaligen Geschäftsführer Robert Schäfer geführt hatte.

Entsteht ein Interessenskonflikt? Basha ist neben seiner Anstellung in der KGaA auch noch Aufsichts- und Beirat. Nach AZ-Informationen haben die Löwen die Anstellung Bashas juristisch prüfen lassen. Das Ergebnis: Da Basha in seinen Funktionen als Aufsichts- und Beirat nicht seine eigenen Bereiche überwacht, konnte ein Interessenskonflikt ausgeschlossen werden.

Was sagt Basha selbst? Auf AZ-Nachfrage wollte sich Basha nicht zu den internen Querelen um seinen neuen Vertrag äußern. Auch die Frage, ob sein Tweet „Wenn irgendjemand plant oder schon geplant hat, uns aufzuhalten, können wir ihn in einer Sekunde vernichten“ etwas mit der Umstellung in der Vermarktung und den Problemen in den Verhandlungen zu tun habe, ging er nicht ein. Der AZ sagte Basha lediglich: „Die Umstellung war schon seit Monaten geplant. Ab jetzt darf es nicht mehr um Personen gehen, sondern nur noch um den Verein.“

Ein nachvollziehbarer, wenngleich frommer Wunsch. Man darf gespannt sein, wie lange der Burgfrieden bei den Löwen diesmal halten wird.

 

20 Kommentare