TSV 1860 Der Löwe ohne Rudel

"Das bedeutet doch nicht, dass man gleich stirbt": Löwen-Sportdirektor Miroslav Stevic. Foto: sampics/Augenklick

MÜNCHEN - Gut eine Woche vor dem Beginn der Saison-Vorbereitung hat 1860 noch reichlich viele offene Stellen zu besetzen. Sportdirektor Miki Stevic: „Es läuft nicht optimal – aber wir liegen im Plan.“

 

Knapp vier von fünf Urlaubswochen der Löwen sind vergangen. Und von Tag zu Tag dürfte 1860-Sportdirektor Miki Stevic der Blick in den Kalender größere Sorgen bereiten. Auch wenn der Sportdirektor der Sechzger das gewiss niemals zugeben würde.

Neun Tage vor dem Beginn der Vorbereitung auf die siebte Zweitligasaison nach dem Bundesliga-Abstieg steht bislang, wenn überhaupt, nur ein Gerüst jener Mannschaft, die mal wieder um den Aufstieg spielen soll. „Es läuft zwar nicht alles optimal“, gibt Stevic zu, doch er sagt auch: „Trotzdem liegen wir voll im Plan, und ich bin sehr zufrieden und optimistisch.“

Wer mit einer Situation, in der gerade mal neun Spieler, die im Vorjahr mehr als 15 Zweitliga-Einsätze hatten, vertraglich gebunden sind, bereits zufrieden ist, der würde sich vermutlich gehörig freuen, hätte er wenigstens einen Trainer vorzuweisen. Noch immer ist Reiner Maurer als Nachfolger von Ewald Lienen nicht bestätigt.

„Momentan“, sagt Miki Stevic, „gibt es sehr viel zu tun, das habe ich selten erlebt. Aber ich sehe es auch als Herausforderung.“ Es bewege sich momentan eben nicht viel auf dem Markt, betont er, „alles schaut auf die WM, da ist es nicht so leicht, Geschäfte zum Abschluss zu bringen.“ Offenbar nicht mal bei einem Zweitliga-Klub mit eingeschränktem finanziellem Spielraum.

Und so sieht die Situation beim Löwen ohne Rudel derzeit aus:

Nach Lienens Abgang haben die Sechzger derzeit keinen Cheftrainer und keinen Assistenten mehr.

Sieben Spieler (Pappas, Hofmann, Hoffmann, Rösler, Felhi, Mlapa, Antonio) sind fort, auch bei den Leihspielern Rakic und Uzoma wurden die Kaufoptionen nicht gezogen.

Nur zwei Neuzugänge (Bülow, Halfar) stehen fest.

Der Verein hat nur drei Innenverteidiger (Ghvinianidze, Bülow, Beda) im Kader, und hinter den beiden zum Verkauf stehenden Außenverteidigern (Holebas, Rukavina) gibt es kaum Alternativen. Zwar sind die Löwen im Mittelfeld prächtig bestückt und zählen dort egal ob rechts, links oder zentral zu den besten Teams der Liga, doch vorne hakt es ebenfalls ganz gewaltig.

Für Benny Lauth gäbe es im Angriff aktuell nicht mal Konkurrenzkampf. Manuel Schäffler wäre derzeit sein einziger Stammplatzrivale. Der Kader ließe sich mit Amateur- oder Nachwuchsspielern auffüllen. Aber Stevic sagt: „Es ist doch völlig klar, dass wir noch einen Stürmer und einen Innenverteidiger holen wollen. Doch man kann es nicht erzwingen.“ Vor allem, weil die Neuen ablösefrei kommen müssten, „etwas anderes kann sich heute in der Zweiten Liga kaum noch jemand leisten“.

Vorne hoffen die Löwen nach wie vor auf Savio Nserenko, mit einem Verteidiger stehen sie offenbar kurz dem Abschluss. Es soll sich um Kevin Wolze (WolfsburgII, Regionalliga Nord) handeln.

Lienens Abgang kam ungelegen. Stevic: „Dass Ewald jetzt nicht mehr da ist, ist nicht von Vorteil für uns. Er hatte immer einen guten Draht zu den Spielern und die zu ihm. So was spricht sich natürlich herum.“ Aber das solle keine Ausrede sein: „Wir haben nicht mehr viel Zeit. Und es gibt viel zu tun. Deswegen muss ich jetzt auch auflegen.“

mpl, fil

 

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