TSV 1860 1860: Vorbild Augsburg?

Frustrierte Löwen: Solche Szenen hat der Fan oft gesehen in der Saison. Foto: dpa

Der Gegner am Sonntag steht da, wo eigentlich die Löwen stehen wollten: auf einem Aufstiegsplatz. Die AZ erklärt, wie der kleine Klub vom Lech am großen TSV vorbeigezogen ist.

 

München Lange waren die Fronten zwischen dem TSV 1860 und dem FC Augsburg geklärt. Hier der Traditionsklub aus der Millionenstadt an der Isar: Vom Selbstverständnis her eigentlich ein Bundesligist, der hin und wieder ein paar Jährchen weiter unten kicken muss. Dort das Team aus der – sagen wir mal – Schwabenmetropole am Lech: Vom Selbstverständnis her ein Fahrstuhlklub zwischen Liga zwei und drei; dafür haben 40 Jahre des Pendelns zwischen den Klassen gesorgt. Nun aber ist der kleine FC Augsburg dabei, die großen Löwen abzuhängen. Mit einem Sieg am Sonntag im Heimspiel gegen 1860 (17.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de) könnte Augsburg sich den Relegationsplatz für den Aufstieg in die Bundesliga sichern. Die AZ erklärt, wie der „Kleine“ am „Großen“ vorbeigezogen ist:

Gelungene Transfers: „Wir haben dieses Jahr ein gutes Händchen mit den Transfers bewiesen“, sagt Augsburg-Manager Andreas Rettig. Gemeint sind Spieler wie Torwart und Ex-Löwe Simon Jentzsch, aber auch Marcel Ndjeng oder Ibrahima Traore, die innerhalb kürzester Zeit zu Leistungsträgern wurden.

Konstanz: „Die Augsburger sind über das gesamte Jahr konstant geblieben“, sagt Sechzig-Coach Ewald Lienen. „Sie haben vorgemacht, was bei uns auch möglich gewesen wäre“. Wenn sich die Löwen nicht in schöner Regelmäßigkeit ein paar peinliche Ausrutscher erlaubt hätten.

Ruhe: „Der FC Augsburg ist ein sehr familiärer Verein, der positiv Bescheiden ist“, sagt Ex-Löwe Simon Jentzsch, „niemand posaunt hier große Reden raus.“Als Kritik an den Löwen, bei denen es zuletzt durchaus ein wenig Unruhe gab, will er das aber natürlich nicht verstanden wissen.

Die Stärke des Kollektivs: FCA-Trainer Jos Luhukay betont immer wieder die Bedeutung des Kollektivs. „Das ist ein Grund dafür, dass ein positiver Geist bei uns herrscht“, sagt Rettig, „man hört häufiger das Wort ’wir’, als das Wort ’ich’“.

Alexander Neumann

 

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