TSV 1860 1860 gegen sich selbst

Glaubt weiter an seine Zukunft in Bremen: Aleks Ignjovski Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Am Sonntag treffen die Löwen im Duell zweier Ex-Bundesligisten auf die Aachener Alemannia. Und die zwei Traditionsvereine ähneln sich stark – mit all ihren Sorgen, Träumen und Zielen.

 

MÜNCHEN Sie sind von sich überzeugt, das betonen sie immer wieder. Die Löwen glauben fest an ihre Qualität und daran, dass man sich nie am jeweiligen Gegner ausrichten müsse. Nun aber steht für den TSV 1860 eine knifflige Aufgabe an: Am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) ist mit Alemannia Aachen ein Klub zu Gast, der den Löwen in so vielen Dingen gleicht, dass sie quasi gegen sich selbst spielen.

„Und das wird nicht leicht“, weiß Verteidiger Stefan Buck. „Es gibt derzeit viele Parallelen zwischen den Vereinen. Beide treten mit Erfolgen im Rücken an, beide haben Selbstvertrauen, aber beide wollen weiter nach oben.“

Die AZ zeigt, was Löwen und Alemannen eint:

Die Erfolgsserie

Ähnlicher hätte die Saison kaum verlaufen können. Beide hatten am Anfang Probleme, zuletzt aber lief es. Aachen hat sechs Mal nicht verloren und warf Erstligist Mainz aus dem Pokal. Die Löwen sind sieben Ligaspiele unbesiegt. Trainer Reiner Maurer: „Aachen hat viel Selbstvertrauen, momentan leben sie von ihrer Überzeugung.“

Die Stadionsorgen

Dass die viel zu teure Allianz Arena die größte Sorge der Löwen ist, ist hinlänglich bekannt. Aktuell prüft Geschäftsführer Robert Niemann, was besser ist: ein Umzug ins unattraktive Olympiastadion oder ein Verbleib. Dazu aber müsste er auf die Gnade der Bayern und günstigere Konditionen hoffen.

Auch in Aachen bereitet der für 50 Millionen Euro neu gebaute Tivoli Sorgen; jährlich verschlingt das Stadion etwa sechs Millionen Euro, aktuell wird dringend nach einem Investor gesucht. „Wenn wir langfristig überleben wollen, müssen wir an den Brocken Stadionfinanzierung ran“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Meino Heyen. Ergibt sich keine Lösung, „müssen wir uns auch in Zukunft von Loch zu Loch hangeln.“

Der Jugendstil

Am Sonntag treffen die beiden Vereine mit den jüngsten Zweitliga-Mannschaften aufeinander. Aachen weist ein Durchschnittsalter von 24,46 auf, die Löwen liegen bei 25,17. Alemannia-Coach Peter Hyballa war einst Jugendtrainer, sein Vierermittelfeld mit Tolgay Arslan (20), Marco Höger (21), Alper Uludag (19) und Kevin Kratz (23) könnte jünger kaum sein. Auch Maurer sagt: „Wir sind bereit, jungen Spielern eine Chance zu geben und großes Risiko einzugehen.“

Die Träume

Genau wie die Löwen erlebte die Alemannia ihre besten Zeiten in den Sechzigern. 1968 reichte es zur Vizemeisterschaft. 2006 klappte nach vielen Zweitligajahren ein Aufstieg, ein Jahr später folgte der direkte Abstieg. Seither träumen sie in Aachen von der Erstliga-Rückkehr – so wie die Löwen seit 2004.

Die Talente

Das 1860-Problem, talentierte Spieler nicht halten zu können, droht auch Aachen. Dort glänzten zuletzt Angreifer Zoltan Stieber (22) und Rechtsaußen Marco Höger (21). Doch im Gegensatz zu den Löwen, die Toptalent Moritz Leitner ja schon verkauft haben, sagt Coach Hyballa: „Die Jungs sind noch nicht so weit.“

Die Goalgetter-Bennys

Benny Lauth und Benny Auer, beide sind Kapitäne, beide etablierte Torjäger, beide gehören zu ältesten Feldspielern. Lauth (59 Erst- und Zweitligatore) hat diese Saison fünf Mal getroffen, Auer (73 Tore) viermal.

Marco Plein

 

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