Trotz sinkender Pegelstände Baden in der Isar ist noch immer gefährlich

Die Stufen am Ufer sind nicht mehr zu sehen, so hoch ist der Wasserstand im Moment an der Isar. Foto: Petra Schramek

Das Hochwasser der Isar geht langsam zurück. Badegäste sollen aber weiter vorsichtig sein.

 

München - Durch die starke Strömung sind die Abschnitte an Wehranlagen und Staustufen noch unberechenbarer, warnt die Münchner Wasserwacht. Vor allem dort, wo das Wasser grünbraun schimmert, können gefährliche Strudel lauern, sagt Einsatzleiter Stefan Schmoll.

Die Sonne brennt heiß vom Himmel, Temperaturen über 30 Grad – zum Beginn der Sommerferien zieht es viele Münchner zum Baden. Auch am Montag wagten sich viele trotz des hohen Wasserstands in die Isar. "Die Hochwasserlage hat sich etwas entspannt, doch ein Risiko bleibt bestehen", warnt Stefan Schmoll.

Ein generelles Badeverbot entlang der Isar gibt es nicht. "Allerdings sollte man die Warnhinweise am Ufer unbedingt beachten", rät Polizeisprecher Wolfgang Behr. So lange die Isar so schnell fließt, wie es derzeit noch der Fall ist, sollte man den Fluss nicht im Schlauchboot befahren, appelliert die Wasserwacht an die Vernunft der Leute.

Selbst Eltern mit kleinen Kindern wagen sich in den Fluss

Eltern lassen ihre kleinen Kinder am Ufer spielen, nur wenige Meter vom tiefen Wasser entfernt. Das ist gefährlich. Helfer der Wasserwacht, die zur Vorsicht mahnen, holen sich immer wieder eine Abfuhr. "Wir können das Risiko selbst einschätzen", bekommen sie zur Antwort.

Besonders gefährlich ist der Eisbach im Englischen Garten. Aber auch der Flussabschnitt der Isar im Süden bis zum Deutschen Museum birgt Gefahren. Das Hochwasser hat viel Treibgut mitgerissen. Ganze Bäume wurden entwurzelt. Manche treiben dicht unter der Oberfläche und sind nur schwer zu erkennen.

"Wie schnell man in eine kritische Situation geraten kann", sagt Stefan Schmoll, "wissen viele erst, wenn sie es am eigenen Leib erfahren haben." So wie vier Briten, die am Samstag trotz einsetzender Dunkelheit im Schlauchboot die Isar befuhren. Sie kenterten auf Höhe der Großhesseloher Brücke und konnten sich mit viel Glück selbst retten. Vier weitere Personen, die ebenfalls in Schlauchbooten unterwegs waren, wurden von der Wasserwacht an der Marienklause ans Ufer gezogen (AZ berichtete).

Dutzende Schlauchboote trieben am Wochenende trotz der Hochwassergefahr auf dem Fluss. Selbst nach dem Großeinsatz mit rund 90 Rettungskräften am Samstag wagten sich auch am Sonntag noch viel zu viele in die Isar. Besonders gefährlich sind der Bereich an der Großhesseloher Brücke sowie die Marienklause, die Tierparkbrücke sowie die Wehranlage am Flaucher.

Durch die starke Strömung seien Wehre und Staustufen unberechenbar. Schmoll: "Wasserwalzen in Kombination mit Treibgut sind immer besonders gefährlich."

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