Trotz Plus an Passagieren Flughafen München: Weniger Starts und Landungen

Passagiere am Münchner Flughafen (Archivbild). Foto: dpa

Während die Zahl der Passagiere um 2,7 Prozent gestiegen ist, ging die Zahl der Starts und Landungen zurück. Die Startbahngegner freuts.

 

München - Der Münchener Flughafen feiert neue Rekorde, aber auch die Gegner der geplanten dritten Startbahn freuen sich über die gestern in München veröffentlichten Zahlen fürs abgelaufene Jahr. Während die Zahl der Passagiere in München um 2,7 Prozent oder rund eine Million auf 39,7 Millionen stieg, ging die Zahl der Starts und Landungen um 1,4 Prozent auf 377 000 zurück. „Es gibt keinen Bedarf für eine weitere Piste im Erdinger Moos“, folgerte der Freisinger Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Magerl.

Bereits 2012 und 2013 war die Zahl der Flüge um drei beziehungsweise vier Prozent zurückgegangen. Für die Gegner der dritten Start- und Landebahn ist das der eindeutige Beleg, dass die dem Projekt zugrunde liegenden Prognosen „grottenfalsch“ (Magerl) seien. Seit dem Jahr 2008, in dem der Münchener Flughafen mit 432 000 sein Maximum erreicht habe, sei die Zahl der Flugbewegungen kontinuierlich zurückgegangen. Diesen Rückgang bei steigenden Passagierzahlen erklärt die Flughafen München GmbH (FMG) mit einer immer besseren Auslastung der Flugzeuge, die 2014 mit 75,9 Prozent einen neuen Spitzenwert erreicht habe. Zudem setzten die Airlines größere Maschinen ein. Diese Entwicklung werde jetzt aber seine Grenzen erreichen, sagte Flughafen-Chef Michael Kerkloh voraus. Heuer werde man nicht nur bei den Passagierzahlen die 40-Millionen-Marke überspringen, sondern auch wieder eine Zunahme von Starts und Landungen verzeichnen.

Die Startbahngegner glauben das nicht. Für die ersten zwei Wochen 2015 habe die Deutsche Flugsicherung für München erneut einen Rück- gang der Flugbewegungen in München um 1,4 Prozent gemeldet, teilte der Grüne Magerl mit. Am 29. Januar entscheidet der bayerische Landtag über eine von 82 000 Bürgern unterzeichnete Massenpetition gegen den Flughafenausbau. Diese Gelegenheit, die dritte Startbahn endgültig zu beerdigen, sollte die CSU-Mehrheit nicht verstreichen lassen, so Magerl.

 

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