Trotz meistbesuchter Einkaufsstraße Immer weniger Münchner in Münchens Fußgängerzone

, aktualisiert am 03.09.2019 - 19:36 Uhr
Gerade an sonnigen Tagen ist die Fußgängerzone gut besucht. Foto: Daniel von Loeper

Die zwei meistbesuchten Fußgängerzonen Deutschlands befinden sich in der Münchner Innenstadt. An den Einheimischen liegt es nicht. Warum sie immer seltener kommen.

 

München - In München befinden sich die beiden meistbesuchten deutschen Einkaufsstraßen.

Die Neuhauser Straße steht mit 116.206 Passanten an einem sonnigen Samstag an der Spitze der deutschen Straßen. Knapp dahinter liegt die Kaufingerstraße mit 113.493 Passanten. Die Zahlen wurden am Samstag letzter Woche von der Firma Hystreet erhoben.

Laserscanner zählen Passanten

Mit fest installierten Laserscannern misst Hystreet die Besucherzahl an bestimmten Punkten der Straße. Auf Platz drei lag am Samstag die Königstraße in Stuttgart mit 89.842 Besuchern und auf Platz vier die Kölner Schildergasse mit 88.303 Passanten. Auf Münchens teuerster Einkaufsstraße, der Maximiliansstraße, waren derweil 7.185 Menschen unterwegs.

"Auch wir beobachten, dass sich der Besucherstrom in der Innenstadt sehr positiv entwickelt", sagt Wolfgang Fischer von der Unternehmervereinigung Citypartner. "Das liegt allerdings vor allem an den Tagesgästen und Touristen."

Die Zahl der Münchner Besucher gehe derweil eher zurück. Das vermeldeten zumindest die Innenstadtläden. "Das große Problem, was viele Münchner in der Innenstadt haben, ist die schlechte Erreichbarkeit", erklärt Fischer.

Gastronomie ersetzt Einzelhandel

Die meisten Münchner kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt." Wenn dann aber die S-Bahn einen Tag nicht fahren würde, oder U-Bahnhöfe gesperrt seien, würden die Münchner der Innenstadt fern bleiben. Nur acht Prozent aller Besucher würden zur Zeit mit dem Auto in die Stadt fahren. Doch auch so sei die Innenstadt gerade wegen der vielen Baustellen schlecht erreichbar. "Dann bleiben viele halt lieber zuhause oder fahren woanders hin", sagt Fischer.

Das sei jedoch nicht der einzige Trend, der gerade in der Münchner Fußgängerzone zu beobachten sei. "Man sieht zum ersten Mal seit langem, dass Gastronomie teilweise den Einzelhandel ersetzt", sagt Fischer. "So etwas gab es vor ein paar Jahren noch nicht." Der Grund dafür sei, dass es gerade im Textileinzelhandel im Moment weniger Nachfrage gebe, als früher. Gastronomische Betriebe könnten dann an manchen Stellen rentabler sein.

Nicht jedes Geschäft kann sich halten

Erst vor ein paar Monaten hatte das schwedische Bekleidungsgeschäft H&M bekannt gegeben, zwei Filialen in München schließen zu wollen.

Im Januar 2020 soll erst der Laden in der Kaufingerstraße schließen, im März dann der in der Neuhauser Straße. Der Grund seien die zu hohen Mieten. Das spanische Kleidungsgeschäft Zara hatte schon im Februar 2018 seinen Laden in der Kaufingerstraße geschlossen.

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