Trödelei am Nockherberg: Kinseher auf zwei Kanälen: Derblecken fängt später an

Eigentlich ab 19 Uhr: Kinseher als Derbleckerin. Sie will erst um 19.20 Uhr loslegen. Foto: dpa/dapd

Der Start der neuen Staffel von „München 7“ und die Starkbier-Rede laufen parallel in der ARD und im BR. Fans bekommen da die Krise. Die Kabarettistin, die in beiden Sendungen auftritt, will entsprechend reagieren.

 

MÜNCHEN - Wenn man sein eigener Konkurrent ist, hat man irgendetwas falsch gemacht. In diesem Fall hat Luise Kinseher zwar nichts falsch, ihr Heimatsender BR allerdings sicher nicht alles richtig gemacht.
Morgen ist Kinsehers großer Tag: Ab 19 Uhr soll sie zum zweiten Mal als Bavaria am Nockherberg die Politiker derblecken – live übertragen im Dritten. Das Blöde für alle Kinseher-Fans ist allerdings, dass sie zeitgleich im Ersten auf Sendung ist: Um 18.30 Uhr startet die erste Folge der neuen Staffel „München 7“ – und die dauert bis 19.15.

In „München 7“ ist Kinseher durchaus auch strengmütterlich. Sie spielt Revierchefin Thekla, die vergeblich versucht, den unkonventionellen Xaver (Andreas Giebel) zu erziehen, ihn am Ende dann aber doch immer schützt.
Nachdem bis zum Jahr 2006 bereits 13 Folgen von „München 7“ mit guter Quote im Dritten gelaufen sind, hat das Erste die Sendung nun ins absturzgefährdete Vorabendprogramm geholt, in der Branche wahlweise „Massengrab“ oder auch „Todeszone“ genannt.

Acht Folgen wird es geben, ob es weitergeht entscheidet allein die Quote – da braucht Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner jeden Zuschauer. Gerade seine Stamm-Fans – mehr als eine halbe Million Bayern haben die Sendung früher verfolgt – werden nun mit dem einmaligen Ereignis Nockherberg weggelockt. Wer will schon den Anfang der Rede verpassen? „Das ist ein bissl unglücklich“, sagt Bogner. Und wenn einige trotzige „München 7“-Fans auf den Salvator pfeifen, wäre auch das nicht im Sinne des BR. Denn auch der Nockherberg hatte schon mal mehr Zuschauer.

Beim BR zuckt man mit den Schultern. „Die Veranstaltung der Brauerei ist jedes Jahr um 19 Uhr, das ist völlig unabhängig von den Vorabendplanungen im Ersten“, sagt ein Sprecher. Und der „Vorabend-Koordination“, wie es im ARD-Deutsch heißt, ist das Derblecken natürlich egal. Direkt um 19 Uhr begrüßt erstmal Paulaner-Chef Andreas Steinfatt das Publikum, dann wird angezapft, danach ist Kinseher dran. Ob das reicht? Kinseher will das Ganze nun auf ihre Weise regeln – mit Trödelei. ,„München 7’ müssen sich viele anschauen, weil von der Quote abhängt, ob wir weiterdrehen“, sagt sie.

Deswegen versichert sie, dass niemand vor dem Ende der Serie umschalten müsse. „Ich fange garantiert erst um 20 nach sieben an. Und wenn die anderen zu schnell sind, dann reiß ich mir noch schnell eine Laufmasche.“ Thekla und Xaver wären stolz auf eine solche Lösung.

 

1 Kommentar