Trasse immer noch zu breit? Geplanter Südostlink: Freistaat unter Strom

Der ursprünglich vorgestellte Korridorvorschlag von März 2017 entspricht in weiten Teilen demjenigen, der nun angedacht ist. Foto: dpa

Der Netzbetreiber des geplanten Südostlinks stellt seine Pläne vor – und schon hagelt es Kritik, nicht nur von den Landräten.

 

München - Südlink, Südostlink: Das sind Begriffe, die mit Ärger assoziiert werden im Freistaat. Die Pläne für diese Stromautobahnen, die Energie von Norden nach Süden transportieren sollen, erhitzen die Gemüter der Anwohner. So auch am Mittwoch.

In Wernberg-Köblitz im Landkreis Schwandorf hat Netzbetreiber Tennet sein Vorhaben und dessen neuesten Stand vorgestellt. Und prompt werden genau diese Pläne kritisiert, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Was sind die größten Ärgernisse? Laut BR soll der geplante Korridor immer noch einen Kilometer breit sein, die Trasse, auf der dann einmal die Stromkabel verlaufen sollen, nur 15 Meter. Das passt den beiden Landräten Oliver Bär (CSU) und Wolfgang Lippert (FW) aus Hof und Tirschenreuth nicht. Sie wollen einen schmaleren Trassenstreifen, eine schonendere Verlegung.


Bald soll eine unterirdische Stromautobahn durch Bayern verlaufen. Foto: dpa

Südostlink: Jetziger Plan ähnelt dem von 2017

Der ursprünglich vorgestellte Korridorvorschlag von März 2017 entspricht in weiten Teilen demjenigen, der nun angedacht ist. Die Untersuchungen der vergangenen Monate, so schreibt es Tennet in einer Mitteilung zum Südostlink, hätten gezeigt, dass die bisherigen Planungen "bereits auf einer guten Grundlage basierten".

Das sehen nicht alle so: Konkret fordert Landrat Oliver Bär im BR sogar, dass Tennet die Planungen unterbrechen soll. Die Netzbetreiber wollen noch vor Weihnachten ihre Unterlagen für den Abschnitt von Hof bis Pfreimd bei der Bundesnetzagentur einreichen, teilt das Unternehmen mit.

Südostlink: "Planungsbegleitende Foren"

Doch Bär möchte, dass Untersuchungen abgewartet werden, die darauf hindeuten, dass vielleicht nur zwei statt vier Kabel nötig seien und der Platzbedarf damit reduziert werden könnte. Tennet verteidigt die Pläne. Den weiteren Verlauf des Stromkorridors, gegen den immer wieder Bürgerinitiativen und Umweltschützer demonstrieren, will man kommendes Jahr vorstellen. Dann geht es um den Abschnitt bis in den Raum Landshut.

Ab 2025, weist Tennet aus, soll die Erdkabelverbindung Südostlink dann von Magdeburg bis Landshut laufen. Momentan finden sogenannte "planungsbegleitende Foren" statt, die nicht-öffentlich sind – und am Freitag von Demonstrationen der Trassen-Gegner in Hof begleitet werden dürften.

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