Transfers beim EHC München Das Ende der Härte: Pinizzotto geht

"Ich würde gerne bleiben. Ich denke, dass ich der Mannschaft noch einige Jahre weiterhelfen kann", hatte Steve Pinizzotto vor der Final-Serie gegen die Eisbären Berlin gesagt, "aber die Entscheidung liegt nicht in meiner Hand." Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Liga-Raubein Pinizzotto erhält nach drei Spielzeiten beim EHC München keinen neuen Vertrag. "Wir wünschen ihm das Beste für die Zukunft." Aulie verlängert, Voakes kommt aus Wolfsburg.

München - Der Sheriff verlässt die Stadt. Oder genauer gesagt: Er muss sie verlassen. Die Ära von Liga-Raubein, Strafbank-König Steve Pinizzotto, der am Oberwiesenfeld den Kontrahenten als EHC-Sheriff so gerne die Hausordnung unter die Nase hielt, ist beendet.

Der 34-jährige Deutsch-Kanadier, der 2015 zum EHC Red Bull München gewechselt und ein integraler Bestandteil des Triple-Titel-Auftritts des EHC war, erhält in München keinen neuen Vertrag. "Wir bedanken uns bei Pinizzotto für seine Leistungen und wünschen ihm und seiner Familie das Beste für die Zukunft", erklärte der Verein in einer offiziellen Stellungnahme.

Pinizzotto: Zuletzt nicht in Topform

Wie die AZ erfuhr, wurde Pinizzottos Agent am Samstag über die Entscheidung informiert, der Stürmer selbst befindet sich mit seiner Lebensgefährtin Meaghan, die im August das erste gemeinsame Kind erwartet, bereits in der kanadischen Heimat. Manager Christian Winkler und das EHC-Trainerteam um Don Jackson hatten in den Tagen nach der dritten gewonnenen Meisterschaft in Serie die Spielzeit Revue passieren lassen, sich viele Aufzeichnungen der Spiele in dieser Saison angesehen.

EHC München: Die Nach-Pinizzotto-Ära hat begonnen

Partien, in denen Pinizzotto – anders als in den Playoffs, als er gewaltig aufdrehte und seinen großen Wert für die Mannschaft bewies – nicht immer die erwartete Leistung brachte. "Ich würde gerne bleiben. Ich denke, dass ich der Mannschaft noch einige Jahre weiterhelfen kann", hatte Pinizzotto der AZ exklusiv vor der Final-Serie gegen die Eisbären Berlin gesagt, "aber die Entscheidung liegt nicht in meiner Hand."

Jetzt ist die Entscheidung gefallen. Die Nach-Pinizzotto-Ära hat beim EHC begonnen. Der meistgehasste Spieler der DEL, der mit seinen Keilereien on Ice, seinen harten Checks, seinen Provokationen immer wieder für Aufsehen und gegnerische Wutausbrüche gesorgt hatte, wird wohl nicht weiter in Deutschland spielen.

Über sein Rüpel-Image, das nach seinem Brutalo-Check gegen Matthias Plachta im Halbfinale gegen die Mannheim Adler hysterische Ausmaße angenommen hatte, konnte Pinizzotto nur lachen. "Wenn alle ,Pinizzotto, du Arschloch’ brüllen, höre ich nur ,Pinizzotto’", hatte er der AZ erklärt.

Doch der Trainingsfleißigste war Pinizzotto nie, beim vorweihnachtlichen Wichteln hatte ihm die Mannschaft Lauf- und Radschuhe geschenkt. Ein wenig dezenter Hinweis auf Pinizzottos Aversion gegen zu viel Konditionstraining. Einer muss gehen, einer bleibt, einer kommt.

EHC München verpflichtet Mark Voakes

Im Gegensatz zu Pinizzotto erhält Verteidiger Keith Aulie, der erst unter der Saison zum EHC gewechselt war, einen neuen Vertrag. Und Stürmer Mark Voakes kommt von den Wolfsburg Grizzlies, die in den beiden Spielzeiten davor dem EHC jeweils im DEL-Finale unterlegen waren.

Wie die AZ erfuhr, stand der 34-Jährige schon seit Jahren auf dem EHC-Wunschzettel. Jetzt wurde der Wunsch Realität: "Es fühlt sich super an, künftig Teil dieses erfolgreichen Klubs zu sein", sagte Voakes, "München ist ein Top-Klub, hat einen Top-Trainer und ist eine Top-Stadt in Europa. Auf all diese Dinge freuen sich meine Familie und ich." 

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