Trainerdebatte beim TSV 1860 Kapitän Vallori rät: Verlängert mit Funkel!

Löwen-Kapitän und Innenverteidiger: Guillermo Vallori. Foto: dpa

Löwen-Kapitän Guillermo Vallori hält im AZ-Interview ein Plädoyer für seinen Trainer – und fordert, dass sich 1860 ein Beispiel am 1. FC Köln nehmen muss: „Wir brauchen mehr Glauben an unsere Stärke“.

 

AZ: Herr Vallori, Sie schlugen sich gestern in der AZ auf die Seite von Trainer Friedhelm Funkel, dessen Vertrag bei den Löwen nach Saisonende ausläuft. Ist er Ihnen während seiner Amtszeit so sehr ans Herz gewachsen?

GUILLERMO VALLORI: Als Friedhelm Funkel zu den Löwen kam, war es am Anfang sehr schwer für ihn. Im Verein war es sehr unruhig und die Ergebnisse passten nicht. Mit seiner Erfahrung hat er es geschafft, dass wir inzwischen auf einem guten Weg sind.

Warum genau?

Er hat in der Winterpause drei Spieler geholt, die uns sofort weitergeholfen haben. Zudem ist er wahnsinnig flexibel. Ich habe schon viele Trainer erlebt, die stur waren und nur eine Idee im Kopf hatten, die sie unbedingt durchboxen wollten. Bei Funkel ist das anders. Er hat kein bestimmtes System, stellt die Mannschaft immer nach der Form der Spieler und dem Gegner auf.

Manche werfen ihm zu viel Passivität beim Coachen vor.

Er weiß genau, wann er was zu tun hat. Wann man ernst sein muss, wann nicht. Er akzeptiert überhaupt keine Unkonzentriertheit. Er spielt aber auch bei uns häufig beim Aufwärmen im Kreis mit, dann wird viel gelacht. Mannschaft und Trainer sind ein Team. Er redet auch viel mit uns, so viel wie nie ein Trainer zuvor in meiner Karriere.

Dennoch liegen die Löwen abgeschlagen hinter den Aufstiegsrängen.

Wir haben die Qualität. Aber wir brauchen mehr Glauben an unsere eigene Stärke, müssen einfach immer selbstbewusst auftreten, so wie der 1. FC Köln das macht. Die spielen genau deshalb so konstant und stehen dadurch kurz vor dem Aufstieg.

Derzeit reden beim TSV 1860 alle von Stürmer Yuya Osako. Haben Sie schon einmal mit so einem starken Stürmer zusammengespielt?

Ich habe damals mit Raul Bobadilla in Zürich zusammengespielt, das war eine Granate. Auch bei Yuya habe ich schon beim ersten Training gesehen, wie stark er ist. Viele haben gesagt, man solle doch erst einmal die Spiele abwarten. Ich habe mich sofort festgelegt: Yuya ist der Wahnsinn! Nun hat er sich mit seinen vier Toren auch super eingelebt. Hätte er die nicht geschossen, wäre es für ihn viel schwerer geworden.

Verdient er Ihren Respekt, dass er sich als Japaner auf solch ein Abenteuer in München eingelassen hat?

Auf jeden Fall, er kommt ja aus einer ganz anderen Kultur. Ich hatte damals schon riesige Schwierigkeiten, als ich von Mallorca weggegangen bin, ich hatte großes Heimweh! Dort hat meine Familie alles Organisatorische für mich übernommen. Als ich ins Ausland gegangen bin, war das auf einen Schlag anders. Das war eine riesige Umstellung, aber auch eine gute Schule für mich. Heute kann ich meine Tasche nehmen, umziehen und mich sofort integrieren. Trotzdem gehe ich nach meiner Karriere auf jeden Fall nach Mallorca zurück.

Hat Yuya Osako Sie denn schon zum japanischen Essen eingeladen? Sie sagten, so eine Einladung würden Sie sofort annehmen.

Das stimmt. Ich mag zwar am liebsten Mexikanisch, aber ich kann auch mit Stäbchen umgehen. Insofern wäre es kein Problem.

Im Sommer wechselt Osako eventuell – er besitzt eine Ausstiegsklausel.

Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass er bleibt. Denn mit ihm würden wir einen super Stürmer verlieren. Aber dann müssten wir eben umdenken, ich vertraue da Friedhelm Funkel. Wenn er im Sommer noch einmal so gute Transfers landet – Chapeau!

 

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