Aus Angst im Schrank versteckt Puchheim: Fünfjährige kommt bei Wohnungsbrand ums Leben

Vor dem Haus in Puchheim stehen Kerzen für das kleine Mädchen, das am 31. Dezember im Feuer gestorben ist. Foto: job

Tragödie in Puchheim - Bei einem Wohnungsbrand kam am Montagnachmittag eine Fünfjährige ums Leben.

 

Puchheim - Ein furchtbares Feuerdrama spielte sich am Silvestertag in Puchheim ab. Gegen 13.30 Uhr erreichte die Feuerwehr ein Notruf über einen Brand in einem Hochhaus in der der Adenauerstraße.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass in einer Wohnung im achten Stock des Gebäudes aus noch ungeklärter Ursache Feuer ausgebrochen war.

Der Feuerwehr gelang es zwar, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern, doch für ein fünjähriges Mädchen kam jede Hilfe zu spät. 

Fünfjährige versteckte sich aus Angst im Schrank

"Wir wurden um 13.32 Uhr alamiert, dass es im achten Stock eines Wohnhauses brennt. Als wir eintrafen, stand die Wohnung komplett in Brand. Die Flammen schossen bereits aus dem Balkon und schlugen ins darüberliegende Stockwerk hoch. Mit Hilfe der Drehleiter konnten wir verhindern, dass die Wohnung darüber auch Feuer fing", so Alexander Sabaraj (27) Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim. Bei den Löscharbeiten musste die Feuerwehr jedoch eine furchtbare Entdeckung machen. Aus Angst vor den Flammen hat sich die fünfjährige Tochter der Mieter in einem Schrank versteckt.

Das Kind konnte von den Feuerwehrleuten nur noch leblos geborgen werden, die sofort eingeleiteten Reanimierungsversuche konnten das Mädchen nicht mehr retten.

Vater versuchte noch, seine Tochter aus den Flammen zu retten

"Tragischerweise fanden wir das fünfjährige Mädchen leblos, sitzend in einem Schrank. Ein Notarzt konnte es nicht mehr wiederbeleben. Nach rund 30 Minuten war der Brand vollständig gelöscht. Wir sind alle tief betroffen, dass das Kind nicht überlebt hat. Wir werden sicherlich das Geschehen in der Nachbetreuung aufarbeiten“, so Sabaraj.

Zuvor hatte der Lebensgefährte der Mutter und leibliche Vater des Kindes noch erfolglos versucht, seine Tochter aus der brennenden Wohnung zu retten. Dabei erlitt der Mann eine schwere Rauchgasvergiftung und wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Die Polizei konnte ihn aktuell noch nicht befragen. Die Mutter war zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Wohnung, sie wurde nach ihrem Eintreffen vom Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

Brandursache bisher unbekannt

Weitere Hochhausbewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, von weiteren Verletzten ist aktuell nichts bekannt. Während der Löscharbeiten wurde der Familienhund in der brennenden Wohnung gefunden und konnte gerettet werden.

Wie es zu dem Feuer in der sehr stark ausgebrannten Wohnung kam, müssen nun weitere Untersuchungen ergeben. Auf ein Entzünden durch von außen kommenden Feuerwerkskörpern deutet aktuell nichts hin. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen in diesem Brandfall übernommen.

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