Tourist aus NRW Münchner (78) rettet Betrunkenen (26) aus Eisbach

, aktualisiert am 31.05.2018 - 17:32 Uhr
Etliche Warnschilder am Eisbach weisen auf die bestehende Lebensgefahr hin. Foto: Daniel von Loeper

Mitten in der Nacht hören Anwohner, wie ein Mensch ins Wasser plumpst. Einer zieht den Betrunkenen aus dem reißenden Eisbach.

 

Lehel - Das war knapp" Ein 26-jähriger Tourist aus Bergisch-Gladbach ist in der Nacht zu Fronleichnam um ein Haar im Eisbach ertrunken. Der junge Mann, der laut Polizei alkoholisiert war, hatte großes Glück: Obwohl es mitten in der Nacht war, hörte eine 74-Jährige, die direkt am Eisbach in der Oettingenstraße wohnt, wie jemand ins Wasser stürzte.

Die Frau eilte zum Telefon, wählte den Notruf, während ihr Ehemann (78) runter auf die Straße rannte. "Er sah einen Mann im Eisbach treiben", so Polizeisprecherin Marina Mozny. Zusammen mit Passanten, die sich auf der anderen Seite des Bachs aufhielten, gelang es ihm, den 26-Jährigen zu retten. "Die Helfer waren schneller als die Feuerwehr", so die Polizeisprecherin. Der Gerettete war leicht unterkühlt, er wurde vorsorglich in eine Münchner Klinik gebracht.

Immer wieder Unfälle am Eisbach

Vor einem Jahr sind im Eisbach zwei Menschen ertrunken. Eine 15-jährige Schülerin war hinter der Eisbachwelle am Haus der Kunst ins Wasser gesprungen, obwohl sie nicht schwimmen konnte. Wenig später ertrank ein Tourist (51) aus Indien. Das Baden ist überall im Englischen Garten verboten. Viele Schilder - teils mit Totenkopf - warnen davor. Doch sie werden von vielen ignoriert.

Der Eisbach hat Stellen, in denen pro Sekunde 32 Kubikmeter Wasser vorschießen. Außerdem besteht Verletzungsgefahr durch Unrat im Bachbett. Jedes Mal, wenn wieder etwas passiert, macht die Polizei Stichprobenkontrollen, doch eine ständige Überwachung ist nicht möglich. Wenn Jugendliche oder Heranwachsende verunglücken, spielt oft Alkohol eine Rolle.

 

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