Tote Mäuse und Fische entdeckt ÖDP ist empört: Tierquälerei in Münchner Gartencentern?

Eng gedrängt: Mäuse im Käfig eines Münchner Gartencenters. Auch tote Tiere, berichtet die ÖDP, seien unter diesen Mäusen gelegen. Foto: ÖDP

Hamster, Kaninchen und Mäuse werden beschallt, mit Kunstlicht bestrahlt – ohne Rückzugsort, klagt die Rathaus-ÖDP. Und fordert jetzt einen Verkaufsstopp.

 

München - Man kennt das aus Münchner Gartencentern: Zwischen Erde, Blumen, Keramiktöpfen und Insektenbekämpfungsmitteln finden sich Käfige mit Kleintieren. Da kauern sich Kaninchen oder Goldhamster zusammen, verstecken sich Meerschweinchen hintereinander. Auch Vögel, Fische, Mäuse kann man kaufen.

Das Geschäft scheint gut zu laufen. Nach Schätzungen lebten 2018 in deutschen Haushalten 34,4 Millionen Heimtiere unterschiedlichster Art.

Auf Druck der Tierschutzorganisation Peta hat der Obi-Baumarkt 2015 damit begonnen, nach und nach auf Tierverkäufe zu verzichten. Denn die Tierschützer hatten nachweisen können, dass Kleintiere in Zuchtanlagen unter schlimmsten Bedingungen für den Handel gezüchtet werden. In einigen Gartencentern gehen aber noch immer Kleintiere über den Ladentisch.

ÖDP fordert Verkaufsstopp von Kleintieren

"Dabei können die Tiere dort nicht artgerecht untergebracht werden", empört sich ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer, der Anfang Januar Zoo-Abteilungen bei zwei großen Münchner Gartencenter-Filialen "zu Recherchezwecken" besucht hat: "Die Tiere werden den ganzen Tag über mit Musik berieselt, mit künstlichem Licht bestrahlt und ständig geht Kundschaft an ihren oftmals viel zu kleinen Gehegen vorbei."

Freilauf und Rückzugsorte? Gebe es kaum. "Ich war schockiert und entsetzt", berichtet Sauerer. "Wir haben tote Fische und Mäuse vorgefunden, umgeworfene Näpfe und Schutzhäuschen in den Kaninchengehegen, Tiere mit entzündeten Augen und offensichtlichen Atembeschwerden." Dass die betroffenen Betriebe Profit auf Kosten der Tiere machen, "mitten in München", müsse umgehend gestoppt werden.

ÖDP: Gartencenter-Mitarbeiter haben oft zu wenig Ahnung

Noch ein Punkt stößt der ÖDP-Stadtratsgruppe auf: Der Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz habe kritisiert, dass Gartencenter-Mitarbeiter oft nur ungenügend geschult werden – und kaum in der Lage seien, Kunden über die Bedürfnisse von Heimtieren zu informieren. "Ohne fundierte Kenntnisse kann eine artgerechte Ernährung und Pflege nicht gewährleistet werden", sagt Sauerer.

Nun fordert die Rathaus-ÖDP, dass der Handel mit Kleintieren in Gartencentern in der Stadt stark eingeschränkt oder im Idealfall verboten wird. Johann Sauerer zur AZ: "Das Kreisverwaltungsreferat sollte als Ordnungsbehörde regelmäßig kontrollieren, wie die Kleintiere in den Münchner Geschäften gehalten werden. Ich fordere auch die Münchner auf, mit offenen Augen in die Gartencenter zu gehen, und sich zu beschweren, wenn ihnen gequälte Tiere auffallen. Idealerweise verzichten die Gartencenter freiwillig ganz auf ihre Zooabteilungen."

 

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