Total digital "The Hub Schwabing" wird zum multimedialen Kunstlabor auf Zeit

Philipp Frank, ein Münchner Künstler, setzt mithilfe von Computertechnik und Licht die Natur spektakülar in Szene. Foto: Artmuc

Früher wurden hier Designer ausgebildet, jetzt verwandelt sich das "The Hub" zum multimedialen Kunstlabor auf Zeit.

 

Schwabing - Wenn es irgendwo in der Stadt droht, zu düster oder zu gräulich zu werden, nimmt man am besten Kontakt mit Betty Mü auf. Das hat sich inzwischen herumgesprochen, deshalb flitzt sie schon mal nach Cannes, Basel oder Berlin. Ihr eigentliches Terrain allerdings ist München, und wenn es in den Kalender passt, rollt sie nach einer gewissen Phase der Planung mit ihrem Hokuspokus-Equipment an. Dann wird es mehr als hell, und man muss überhaupt mit allem rechnen. Denn bei Betty Mü knallen die Farben und explodieren die Formen.

Total digital: Tanzende und pulsierende Videotapeten

Die Künstlerin und Designerin, die im normalen Leben Bettina Müller heißt, taucht ganze Hochhäuser in ihre digitalen Farbtöpfe. Dabei formieren sich riesige Bilder oder besser: Videotapeten, die pulsieren, tanzen, vibrieren und das Publikum in Licht, Sound und wild kolorierte Flüchtigkeiten hüllen.

Als Raiko Schwalbe Bettys Installationen vor ein paar Jahren zum ersten Mal sah, war er sofort fasziniert. Mit Folgen. Seit 2014 arbeiten der Veranstalter der Kunstmesse Artmuc und die Projektionskünstlerin regelmäßig zusammen.

Mapping- und Lichtinstallationen im "The Hub Schwabing"

Im Vorfeld der Artmuc vom 17. bis 20. Oktober – am Deutschen Museum und auf der Praterinsel – experimentieren die beiden nun mit einem neuen multimedialen Ausstellungsformat: 15 Künstler sind gerade dabei, die Off-Location "The Hub" an der Infanteriestraße zum digitalen Kunstlabor umzufunktionieren.

Dort, wo früher die Design-Fakultät der Hochschule München untergebracht war, geht es jetzt um Interaktives, um Mapping- (bei dieser Kusntform werden digital ganze Räume geschaffen) und um Lichtinstallationen.

1.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung, eingeteilt in 20 Räume. Und neben der Prinzessin der flackernden Synergien, wie Betty Mü in der Szene genannt wird, sind Philipp Frank, Julia Mußgnug, das Kollektiv Dreschwerk, Verena Bacher und Aubrey Fabay oder Yul Zeser von der Partie. Lauter junge Künstler und in gewisser Weise ja auch Gestalter, Designer. Insofern liegen die neuen Zwischennutzer ganz in der Tradition der Vormieter.


Christa Sigg The Hub – Schwabing, Infanteriestraße 14, bis So und 10. bis 13. Oktober von 13 bis 19 Uhr, Eintritt 8 Euro, Kinder bis 16 frei, www.artmuc.info/digital-lab

 

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