Torwart-Frage beim TSV 1860 Bonmann oder Hiller? Das neue, alte Duell

Links Hendrik Bonmann, rechts Marco Hiller: Wer entscheidet das Torhüter-Duell beim TSV 1860 München für sich? Foto: sampics/Rauchensteiner/Augenklick/AZ

Hendrik Bonmann, vergangene Saison nur Ersatzmann, fordert erneut Löwen-Stammtorhüter Marco Hiller heraus. "Ich bin kein Typ, der einfach abhaut", sagt der ehemalige Dortmunder.

 

München - Einmal musste er schon eine Riesen-Enttäuschung hinnehmen. "Das war ein Schlag ins Gesicht", sagt er über die folgenschwere Entscheidung, die seine letzten Monate beeinflusste und einen ganz anderen Blickwinkel auf den Aufstieg verschaffte. Hendrik Bonmann, Torhüter des TSV 1860, musste sich bis jetzt hinter Marco Hiller anstellen. Jetzt soll damit aus der Sicht des Schlussmanns endlich Schluss sein.

"Der Trainer hat den Zweikampf im Tor ausgerufen, ein Stück weit offener als im Winter. Ich bin relativ positiv gestimmt", erklärt Bonmann über das neu entfachte Duell mit Marco Hiller, Sechzigs bisheriger Nummer eins.

Hendrik Bonmann: "Gott verdammt nochmal im Tor stehen"

Jenes Duell, das der 24-jährige Keeper jetzt mit vollem Fokus ein zweites Mal angehen und für sich entscheiden möchte: "Ich bin kein Typ, der einfach abhaut. Ich habe die Chance, mich hier bei Sechzig, bei einem richtig geilen Verein, durchzusetzen und in der 3. Liga zu spielen. So chaotisch der Verein manchmal auch sein mag: Hier gefällt es mir, hier kann ich meine Werte leben", sagt Bonmann über den traditionsreichen Arbeiterverein von Giesings Höhen.

Seine Ansage an sich selbst: "Ich sage mir: ‘Setz dich ins Auto, fahr zum Training und gib jeden Tag alles, dass du Gott verdammt nochmal im Tor stehst." Flucht sich Bonmann zur Nummer eins?

Im Tirol-Trainingslager der Sechzger konnte sich der Ex-Nachwuchskeeper von Borussia Dortmund im Duell mit Hiller empfehlen. Gegen den russischen Erstligisten FK Ufa (1:0) hielt er gut, während Hiller gegen den türkischen Topklub Basaksehir Istanbul (0:0) zwar ebenfalls gute Paraden zeigte, aber auch ein, zwei Wackler. Bonmann, der bisher vorwiegend gegen kleinere Gegner im Tor gestanden hatte, dazu: "Es war das erste Mal, dass ich ein bisschen was zeigen konnte. Für einen Torwart ist es immer besser, gegen einen hochklassigen Gegner zu spielen." Das Verhältnis zu Hiller bezeichnete er als "respektvoll", man könne "auch mal scherzen auf dem Platz". Aber: "Marco ist jetzt nicht der erste Spieler, mit dem ich nach dem Training eine halbe Stunde rede. Am Ende sind wir Konkurrenten."

Bonmann als Nummer 1 - was spricht dafür?

Seinen Wechsel hat Bonmann im Übrigen nie bereut. "Der Aufstieg war eine richtig geile Geschichte. Ich war leider nur passiv dabei", sagt er. Nach dem Schlusspfiff im Relegationsrückspiel gegen Saarbrücken, dem Platzsturm im Grünwalder Stadion und der Aufstiegssause vor dem Stadion habe Bonmann daran nicht mehr gedacht: "Als die Fans uns in die Arme geschlossen haben, war es egal, ob man erster, zweiter oder dritter Torwart war. Allein dafür hat es sich gelohnt, hierher zu wechseln."

Woran es Bierofka letzten Endes festmachen könnte, Bonmann in den Kasten zu stellen? Während er Hiller (21) auf der Linie das Prädikat Weltklasse verliehen hatte, sieht Bonmann sein offensives Torwartspiel, sein Plus an Erfahrung und sein professionelles Auftreten als Stärken. Wie er im Winter, als das Trainerteam Hiller und Bonmann in einen Raum zitierte, um dem Duo die Entscheidung pro Hiller mitzuteilen, reagiert habe? Bonmann: "Aus der Wut heraus – oder eher Enttäuschung – wollte ich nicht trotzig sein oder auf dumme Gedanken kommen. Lieber Vollgas! Ich denke, ich habe das ganz gut umgesetzt und meinen Charakter gezeigt." Jetzt wird sich zeigen, ob ihn Charakter und Qualitäten zu Sechzigs neuer Nummer eins machen.

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