Todesstrafe droht USA: Serienkiller gesteht über 30 Morde

Jose Manuel Martinez auf Polizeifotos nach seiner Festnahme. Foto: dpa

Jose Manuel Martinez (51) erzählt der kalifornischen Polizei, seit seiner Jugend über 30 Menschen im Auftrag von Drogenbossen ermordet zu haben.

 

Los Angeles - Die Polizei beschreibt Jose Manuel Martinez (51) als „nett und umgänglich“. Doch der Kalifornier könnte einer der schlimmsten Auftragskiller der amerikanischen Geschichte sein. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Martinez mehr als 30 Menschen ermordet hat und erhob jetzt Anklage. Im Prozess droht die Todesstrafe.

Bereits mit 16 Jahren arbeitete Martinez für ein Drogenkartell als Auftragskiller. Als Lohn bekam er ein Kopfgeld. Wenn Martinez Geld für die Drogenbosse eintrieb, durfte er 25 Prozent davon behalten. Weder seine spätere Frau und Kinder, noch seine Mutter hatten Ahnung von dem Doppelleben des Mannes mit dem Schnurrbart und den brauen Augen. „Er sagte, dass er so seine Familie ernährt habe“, sagte ein Ermittler zu CNN. Und Martinez erklärte der Polizei lapidar, dass, wenn er „den Job nicht gemacht hätte, dann hätte es ein anderer getan“.

Auf die Spur des Auftragskillers kam die Polizei, als er im März 2013 einen Geschäftsmann erschoss, der Martinez’ Tochter beleidigt hatte. Die Beamten glaubten an einen Einzelfall und ein familiäres Motiv. In der Untersuchungshaft sagte der 51-Jährige dann, er wolle reinen Tisch machen und packte aus. Er erzählte im Detail von Mordaufträgen in mehreren Bundesstaaten – bis ins Jahr 1980 zurück. Auf seine Präzision beim Töten für die Drogenbosse ist Martinez stolz. „Sie haben den Besten angeheuert“, sagte er gegenüber der Polizei.

Das jüngste Mordopfer war 22 Jahre alt – ein Landarbeiter namens Raul Gonzales. Im Jahr 2000 erschoss Martinez einen 56-jährigen Familienvater in dessen Bett. Die Polizei ist sich sicher, dass der Auftragskiller die gestandenen Morde auch wirklich begangen hat. Denn viele Details, die er auspackte, kann nur der Mörder wissen.

Die Mutter von Martinez, Loretta Fernandez, ist angesichts der Geständnisse ihres Sohnes fassungslos. „Das ist so hart für mich. Ich zittere noch immer. Ich bin nicht in der Verfassung, darüber nachzudenken. Ich bin doch nur die Mutter meines Sohnes. Ich kann nur hoffen, dass nicht alles, was er sagt, wahr ist.“ Für neun Morde in Kalifornien hat die Staatsanwaltschaft ihre Beweise beisammen, über 30 Menschen will Martinez getötet haben. „Wir haben noch viel aufzuklären“, so ein Ermittler.

 

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