Tod von Karl Moik "Musikantenstadl" mit Borg im Zeichen der Trauer

Karl Moik und Andy Borg Foto: dpa

An diesem Samstag steht die zweitletzte "Stadl"-Show in der ARD mit Andy Borg auf dem Programm. Für den 54-Jährigen wird es nach dem Tod von Karl Moik ein schwerer Gang.

 

München - Seinen vorletzten "Musikantenstadl" hatte sich Andy Borg vor wenigen Tagen gewiss noch anders vorgestellt. Im österreichischen Oberwart wollte er mit seinen Fans in der Halle und am Bildschirm seinen Abschied auf deutschsprachigem Gebiet begehen. Denn die letzte Ausgabe mit dem 54-Jährigen ist im Juni in Kroatien. Und nun? Das Fernsehen hat wegen der Germanwings-Katastrophe diese Woche ohnehin wenig Platz für Frohsinn - Fans des "Musikantenstadls" müssen noch einen eigenen Verlust verarbeiten: Am Donnerstag starb Karl Moik (76), Erfinder und Vaterfigur des Volksmusikklassikers.

Die Sendung wird also im Zeichen der Trauer stehen - Das steht fest. Über die Details war am Freitagmittag noch wenig bekannt. Am Nachmittag wollten sich die beteiligten Sender in Österreich zu einer Besprechung treffen, in welcher Form Moik geehrt werden sollte, hieß es vom Bayerischen Rundfunk, der neben dem Österreichischen Rundfunk (ORF) und dem Schweizer Fernsehen für die mehr als 30 Jahre alte Traditionsshow verantwortlich ist.

"Die Nachricht vom Tod Karl Moiks macht mich und mit mir Millionen Stadl-Freunde sehr betroffen", schrieb Borg bereits am Donnerstag kurz nach Bekanntwerden von Moiks Tod auf seiner Facebook-Seite. "Moik war für mich nicht nur ein guter Freund, er war für mich ein großes Vorbild, in dessen Fußstapfen mir vergönnt war, zu treten." Ihm hätten viele große Kolleginnen und Kollegen ihre Karriere zu verdanken. "Ich verneige mich vor "Karl, dem ganz Großen". Mit dem Stadl in Oberwart gebe ich Dir, lieber Karl, die Ehre."

Als Gäste der Sendung stehen unter anderem die Kastelruther Spatzen, Stefanie Hertel und Mary Roos auf dem Programm der ARD-Sendung. Mit dem "Stadl" soll es weitergehen, aber ohne Borg. Wie und mit wem, daraus machen der Bayerische Rundfunk und seine Partnersender noch ein Geheimnis. "Es gibt noch nichts Neues", sagt ein BR-Sprecher.

Auch die Kandidaten, die als mögliche Nachfolger gehandelt werden - wie Stefan Mross - halten sich bislang sehr bedeckt. Zuletzt spekulierte die "Bild"-Zeitung, dass die 37-jährige Schweizer Schlagersängerin Francine Jordi als Favoritin für den Job gehandelt wird, für den auch Beatrice Egli im Gespräch gewesen sein soll. Der BR sagt dazu: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen." Als einziger hat sich bislang Andreas Gabalier geäußert - mit einer klaren Absage.

Der "Musikantenstadl" soll jünger und moderner werden - so etwas wie ein "Stadl 2.0", wie es in einer Mitteilung des Bayerischen Rundfunks hieß. Hintergrund sind wohl die sinkenden Quoten. Schalteten 1994 im Jahresschnitt noch 7,53 Millionen Menschen (Marktanteil: 25,9 Prozent) den "Stadl" ein, waren es 2004 noch 5,73 Millionen (19,2 Prozent) und 2014 sogar nur noch 3,96 Millionen (13,6 Prozent).

Borg macht ebenso wie sein Vorgänger Moik, der bis 2005 moderierte, keinen Hehl aus seinem Ärger mit den Sendern. Seinen mehr als 76 000 Fans schrieb er am Wochenende auf Facebook: "..was muss ich da schon wieder lesen?!? Der BR und seine Partner in Österreich und der Schweiz wollen das seit Jahrzehnten laufende Format entstauben ... Erst bin ich zu A L T – jetzt zu VERSTAUBT Dann hätte ich wohl doch länger im Gefrierschrank bleiben sollen ;-))). Allen Staubfängern ein schönes Wochenende."

Auf Facebook dankte er auch seinen Anhängern und ließ durchblicken, dass die vergangenen Wochen für ihn nicht ganz leicht waren: "Hunderttausende Menschen haben mir Briefe, Emails, ins Gästebuch geschrieben, gepostet und vieles mehr. Das tut sehr gut!!!", schrieb er. "Danke, vielen Dank!"

 

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