Tod von Jopie Heesters Heesters letzes Interview: „Keine Angst vor dem Tod“

Ein letztes Gläschen: Jopie mit seiner Frau Simone Rethel am 31. Oktober in der Komödie im Bayerischen Hof. Foto: Babirad

2010 entstand das wohl letzte Interview mit dem Schauspieler Johannes Heesters. Der AZ liegt das Tonbandgerät vor - lesen Sie hier das Jopie-Interview.

 

Die AZ-Leserin Christina Eser kannte den Schauspieler Johannes Heesters persönlich, auch weil ihr Mann die Biografie über Heesters „Ich bin gottseidank nicht mehr jung“ verfasst hat. Der AZ gab sie das Tonbandgerät, mit dem sie ein letztes Heesters-Interview aufgenommen hat. In ihm stellte sie dem Star Fragen aus dem berühmten Fragebogen von Marcel Proust. Das wohl letzte Interview mit Jopie Heesters entstand 2010.

CHRISTINA ESER: Welche natürliche Gabe möchten Sie gerne besitzen?

JOHANNES HEESTERS: Eine natürliche Gesangsstimme.

Gibt es eine berühmte Romanheldin, die Sie lieben?

Die Kameliendame.

Welche historische Persönlichkeit verachten Sie am meisten?

Es ist so gruselig, wenn ich sage: Hitler. Aber es ist Hitler!

Welche Helden der Gegenwart bewundern Sie?

Die Astronauten, die auf dem Mond waren.

Was ist in Ihrem Leben unentbehrlich geworden?

Die Gesundheit.

Welchen Wunsch würden Sie sich noch gerne erfüllen?

Dass ich noch lange leben darf.

Woran zweifeln Sie?

An den Menschen, dass sie nicht mehr wissen, was sie tun, wenn sie Krieg führen.

Was hat Ihnen einen richtungsweisenden Impuls gegeben?

Ein Kollege, der mir Ende der 20er Jahre gesagt hat: „Du wirst jetzt ins Ausland gehen und Erfolg haben, aber bleibe einfach. Es gibt einen langen Tisch, mit Blumen darauf, Applaus hallt noch nach. Aber die Blumen vergehen und der Applaus verklingt. Sorge immer dafür, dass Du für etwas gesorgt hast.“

Was ist der Sinn des Lebens?

Einfach leben zu dürfen.

Ein Glaubenssatz über ihr Leben?

Ich danke für die Tage, die ich hinter mir habe.

Was können Sie eigentlich mit dem Satz anfangen: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“

Ich liebe den Nächsten, aber nicht mich selbst.

Worüber können Sie von Herzen lachen?

Über den größten Unsinn.

Ihre gegenwärtige geistige Verfassung?

Ich bin in Verzweiflung, über die Ungeduld der Menschen, möglichst schnell möglichst viel Geld zu haben.

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein. 

 

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