Tod mit 25 Peaches Geldof: Party-Girl starb als Super-Mutter

Peaches Geldof mit ihrem Mann Thomas Cohen bei einer Filmpremiere im Januar 2014. Foto: dpa

Vom Party-Girl zur Super-Mutter: Der Tod von Peaches Geldof gibt Rätsel auf. In ihrem letzten Interview schwärmte die 25-Jährige von ihren Söhnen

 

London - Woran starb das Teilzeit-Model? Das Gesellschafts-Girl? Das TV-Starlet? Eine Obduktion soll klären, warum das Herz von Peaches Geldof im Alter von 25 Jahren stehen blieb. Ergebnisse gibt es noch nicht. Aber allein die Berufsbezeichnungen, das Umfeld und die Geschichte der Tochter von Bob Geldof lösen reflexhaft die üblichen Mutmaßungen aus. 

Drogen, Alkohol, Tabletten, zu viel von allem. Nur Beweise dafür gibt es nicht. Klar ist: Zumindest vordergründig hat Peaches Honeyblossom Geldof ihr abenteuerliches Leben gründlich geändert, bevor es am Montag in ihrem Haus in Kent so plötzlich zuende ging.

Die Polizei spricht von einem „ungeklärten und plötzlichen Tod“. Im Landhaus nahe London seien „keine Spuren von harten Drogen“ gefunden worden. Ein Gewaltverbrechen schließen die Ermittler aus, ein Abschiedsbrief fand sich nicht. Selbstmord kommt auch nicht infrage, wenn stimmt, was Peaches vor gut einem Monat der Zeitschrift „Mother & Baby“ gesagt hat: „Ich werde meine Kinder auf keinen Fall im Stich lassen“, sagt sie da, „unter keinen Umständen“.

Es ist das letzte Interview vor ihrem Tod, überschwänglich schildert sie die Bedeutung ihrer Kinder, die jetzt ihre Mutter verloren: „In dem Moment, als ich Astala in den Händen hielt, war mir, als sei er das fehlende Teil zu meinem richtigen Leben.“ Der kleine Astala wird diesen Monat zwei Jahre, sein kleiner Bruder Phaedra ist zwölf Monate alt.

Vater ist der Rockmusiker Thomas Cohen, der sich jetzt um die Kinder kümmern will. „Mutter werden war für mich endlich ich selbst werden“, sagt die junge Frau. „Mit meinem Mutterdasein endetet eine steuerlose, ziellose Kindheit.“

Was ein wenig kitschig klingt, ist ein Spiegel der eigenen Kindheit. Die Scheidung der Eltern Paula Yates und Bob Geldof sei „traumatisch gewesen“. Da war Peaches elf: Geholfen bei der Überwindung der Krise hat ihr dabei eine Nanny, zu der sie stets nächste körperliche Nähe halten durfte.

Diese Nähe wollte sie auch ihren Kindern bieten: „Ich bin ein großer Verfechter von Attachment parenting“, erklärt sie dem Magazin. Darunter versteht man die unbedingte Nähe zu Kind. Die Kleinen dürfen bei den Eltern im Bett schlafen, werden so lange gestillt, wie sie wollen. Es geht um Vertrauern und Nähe. „Das kann anstrengend sein“, sagt Peaches Geldof in dem Interview. Mit zwei kleinen Kindern im Bett ändere sich natürlich auch die Zweisamkeit mit ihrem Mann. „Wir gehen in ein anderes Zimmer“, sagt sie.

Es gab Zeiten, da gab es keine bessere Party in London ohne Peaches Geldof. Jetzt gehe sie schon mal gegen acht ins Bett. Überhaupt brächten sie „Attachment Parenting“ und die Aufgaben als Mutter „an den Rand der Erschöpfung“. Das Gespräch mit der Zeitschrift sollte eigentlich ein Auftakt für eine Kolumne in dem Magazin (entspricht dem deutschen „Eltern“) sein: „Vom It-Girl zur bodenständigen Mummy“.

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Jetzt wird es eine Art Vermächtnis. Wie gründlich und wie glaubhaft der Wandel gewesen ist, bleibt aber offen. Und es bleibt ihre wohldokumentierte Vergangenheit. Mit 14 ihre eigenen Zeitschriften-Kolumne mit Schmink-Tipps, mit 16 eine eigene Show, mit 17 Fotos mit einem zusammengerollten Papier: „Das war eine Zigarette, kein Röhrchen zum koksen“, sagte sie. „Meine Freunde machen es, ich nicht!“

Die Polizei vernahm sie, ließ sie aber laufen. Und dann gibt es da den Film, der die 19-Jährige mit einem Mann zeigt, der Amy Winehouse Drogen verkauft haben soll. Die Sängerin Winehouse starb an ihrer Drogensucht. In dem Film gibt Peaches dem Mann 190 britische Pfund – wofür, ist unklar. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits elf Tätowierungen. Und 2011 eine sechsmonatige Ehe – geschlossen in Las Vegas – hinter sich sich.

„Ein bisschen blöd“ sei die Hochzeit mit dem US-Musiker Max Drummey gewesen. Mit Thomas Cohen hingegen, dem Vater ihre Kinder, sei sie sehr glücklich. „Er hilft mir ungemein“, sagte sich in ihrem letzten Interview. Zahlreiche Prominente, darunter Lily Allen und Irlands Premier Michael Higgins, der auf Besuch in England ist, äußerten sich bestürzt über Peaches’ Tod: „Unsere Gedanken sind bei der Familie.“

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