Tod des Schauspielers Die dunkle Seite von Philip Seymour Hoffman

Starb an einer Überdosis Heroin: Philip Seymour Hoffman Foto: Evan Agostini/Invision/AP

Viele verbinden ihn mit Preisverleihungen und Roten Teppichen. Doch Philip Seymour Hoffman hatte eine verborgene Seite. Der verstorbene Oscar-Preisträger litt seit langem unter massiven Drogenproblemen. 23 Jahre lang schien er seine Sucht überwunden zu haben, doch am Sonntag holte das Heroin zum entscheidenden Schlag aus.

 

New York - Ganz Hollywood trauert: Der Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman ist tot. Erneut ist ein glanzvoller Stern am Himmel der Hollywood-Riege einen einsamen und unnötigen Tod gestorben. Mit einer Nadel im linken Arm wurde der 46-Jährige leblos im Badezimmer seines New Yorker Appartements aufgefunden. Schnell war klar: Eine Überdosis Heroin kostete den Vater von drei Kindern das Leben.

Zwar waren Hoffmans Drogenprobleme bekannt - doch die Öffentlichkeit ging davon aus, dass ihr Held alles unter Kontrolle hätte. Mit verschreibungspflichtigen Medikamenten habe alles begonnen, gestand Hoffman bereits vor Jahren in mehreren Interviews. Es endete damals auch schon mit Heroin, allerdings nicht in die Venen gepumpt. Geschnupft habe er es, sagte Hoffman voller Reue. Was folgte, war eine jahrzehntelange Abstinenz. Er sei 23 Jahre clean gewesen, bis ins Jahr 2012, hieß es. Keine Medikamente, kein Kokain und vor allem kein Heroin. Und das seit 1989.

Vor zwei Jahren, 2012, soll alles wieder von vorne begonnen haben. Die Drogen kehrten zurück in das Leben des gefeierten Hollywood-Helden. Mit solch einer Wucht, dass es Hoffman selbst mit der Angst zu tun bekam. Im Mai 2013 begab er sich freiwillig in einen Entzug. Er habe Angst, dass er an der Nadel enden könne. Es sei nur eine vorbeugende Therapie, eine Präventiv-Maßnahme. Keine Angst, es gehe ihm gut.

In seiner drogenfreien Zeit zuvor arbeitete sich der gebürtige New Yorker vom kleinen unscheinbaren Nebendarsteller in die Beletage Hollywoods nach oben. Seinen Höhepunkt und gleichzeitig endgültigen Durchbruch feierte Hoffman erst 2005 dank seiner Rolle als Autor Truman Capote. Die Kritiker lagen dem Schauspieler zu Füßen. Folgerichtig wurde ihm 2006 auch der Oscar als bester Hauptdarsteller verliehen.

Auch privat lief es ohne Drogen großartig für ihn. 1999 lernte er die Liebe seinen Lebens kennen. Die Kostümbildnerin Mimi O'Donnell schenkte ihm zwei Töchter und einen Sohn. Doch das Glück hielt nur so lange, wie die Drogen keine Rolle für Hoffman spielten. Gerüchte machten seit längerem die Runde, dass Hoffman massive Probleme habe. Mit seiner Mimi lief es angeblich nicht mehr so gut, von Trennung war bereits die Rede. Eine Nachbarin gab jetzt gegenüber der "NY Times" an, dass er schlecht ausgesehen habe in den letzen Wochen. "Wir wussten alle, dass er ein Drogenproblem hat", sagte die Dame der Zeitung.

Am Sonntag wurde aus den Gerüchten traurige Gewissheit: Seine Mimi wartete vergebens mit den drei Kindern auf einem Spielplatz nur wenige Blocks von Hoffmans Wohnung entfernt auf ihren Partner. Als sie Alarm schlug und wenig später zwei Freunde in das Appartement eindrangen war klar: Das Heroin hatte gewonnen, Hoffman war tot. Ein Goldener Schuss riss ihn aus dem Leben. Trotz Ruhm, Erfolg und Reichtum.

 

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