Titelfavoriten der Formel 1 "Sebastian ist klar vorne"

Der Mann, den es zu schlagen gilt: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, der – so glaubt Experte Christian Danner – beste Chancen hat, den Titel zu verteidigen. Foto: firo

MELBOURNE 131 Tage musste Sebastian Vettel auf diesen Tag warten. Mehr als vier Monate nach seinem Last-Minute-Titelgewinn in Abu Dhabi kreischten in Melbourne wieder die Motoren. Mit den freien Trainings für das Rennen am Sonntag (8 Uhr MESZ, RTL und Sky live) begann am Freitag die Formel-1-Saison.
Mindestens 245 Tage kann Vettel sich nun noch an der Nummer 1 auf seinem Red Bull freuen, erst am 1. Advent – so spät wie nie – endet die Saison. Doch Vettel will den Titel natürlich verteidigen. „Sebastian hat beste Chancen, wieder Weltmeister zu werden, denn er wird in diesem Jahr noch besser sein”, glaubt der Münchner Ex-Formel-1-Fahrer und RTL-Experte Christian Danner. Die Titelkandidaten im AZ-Check:


RED BULL

Team und Auto: Star-Designer Adrian Newey entwickelte das Erfolgsmodell des Vorjahres konsequent fort. Der neue RB 7 gilt derzeit als das schnellste Auto im Feld – und scheint auch zuverlässig zu sein. Letztes Jahr war dies das einzige Problem. „Wir sind vielleicht in der besten Form aller Zeiten”, sagt auch Teamchef Christian Horner. Beim Training am Freitag landete Vettel auf Rang vier, sein Teamkollege Mark Webber einen Platz dahinter. Trotzdem sagt Danner: „Ich glaube, Red Bull ist brutal überlegen. Nicht nur ein bisschen, sondern wirklich brutal.”

Die Fahrer: „Sebastian ist nicht unschlagbar, aber klar vorne. Und er wird nach dem Titel noch besser, weil der Druck jetzt weg ist und er weiß, wie es geht”, sagt Marc Surer, Danners Pendant bei „Sky”. Seinen Teamkollegen Mark Webber überholte Vettel erst im letzten Saisonrennen. Der Australier brennt auf Revanche, was das ohnehin gespannte Verhältnis zwischen den beiden noch weiter belasten könnte. Vettel gilt im Team aber als Nummer eins.




FERRARI


Team und Auto: Der Ferrari F 150 war von Anfang an schnell. Dank des größten Etats kann die Scuderia den recht konventionell gezeichneten Boliden zudem auch während der Saison entscheidend weiterentwickeln – auch, wenn der Abwerbeversuch von Star-Designer Adrian Newey von Red Bull im Winter scheiterte. Der Titelgewinn ist im 150. Jahr der italienischen Vereinigung für die Scuderia auch eine nationale Aufgabe.
Die Fahrer: „Ich hole den Titel wieder heim”, tönt Fernando Alonso bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Der Spanier hat sich in einem Jahr eine enorme Hausmacht geschaffen bei Ferrari, Teamkollege Felipe Massa ist die klare Nummer zwei, muss Alonso vom ersten Rennen an helfen.




MCLAREN

Team und Auto: Das revolutionäre Auspuffsystem floppte. McLaren überraschte in Melbourne nun mit einer Kopie des Red-Bulls-Auspuffs am Auto – und promt fuhr Jenson Button am Freitag die Bestzeit. „Ob ich denke, dass wir zu den Favoriten zählen? Nein. Aber wir können für eine Überraschung sorgen”, sagt Teamchef Martin Whitmarsh.

Die Fahrer: Lewis Hamilton droht seinen Ruf als Wunderkind der Formel 1 an Vettel zu verlieren. Auch Jenson Button dürfte Hamilton gefährlich werden, der Ex-Weltmeister hat von den Spitzenfahrern den reifenschonendsten Fahrstil – ein klarer Vorteil bei den neuen Pirelli-Gummis.



MERCEDES GP

Team und Auto: Der MGP W02 wurde im Laufe des Winters immer schneller. Das Energierückgewinnungssystem von Mercedes galt schon 2009 als das beste, dürfte auch jetzt noch einen Vorsprung haben. „Mercedes ist stärker als im Vorjahr, aber noch lange nicht so gut wie Red Bull und Ferrari”. meint Danner.

Die Fahrer: Michael Schumacher wirkt nach seiner eher mäßigen Comeback-Saison topmotiviert. „Ich habe das Gefühl, dass ich nun wieder voll dabei bin", sagt der Rekordweltmeister, „für uns geht es dieses Jahr nur um Siege.” Sein härtester Konkurrent dürfte aber auch heuer wieder intern zu finden sein: Teamkollege Nico Rosberg. Der 26-Jährige gilt schon lange als absoluter Top-Pilot und möchte diese Saison endlich auch seinen ersten Sieg einfahren. „Ich glaube nicht, dass Schumacher eine große Rolle spielen wird”, sagt Danner, „Rosberg wird die Nase vorn haben.”

 
 

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