Tipps und Verbote Silvester-Feuerwerk: Was in München erlaubt ist und was nicht

Böller an Silvester - für viele Münchner gehören sie zur Neujahrsfeier einfach dazu. Doch es gibt auch Einiges zu beachten. Foto: Tobias Hase/dpa

Viele Münchner schwören trotz aller Debatten auf Feuerwerkskörper an Silvester. Doch dabei gibt es einige Regeln und auch Verbote zu beachten. Ein Überblick.

 

München - An Silvester wird es wieder laut in der Stadt: An allen Ecken und Enden fliegen bunte Böller in die Luft. An manchen Orten ist das Feuerwerk zum Jahreswechsel allerdings verboten. Was in München wann erlaubt ist und was nicht und wie Ihr Feuerwerk zum Erfolg ohne schlimme Folgen wird erfahren Sie in unserem großen AZ-Überblick.

Ab wann darf in München an Silvester geböllert werden?

In diesem Jahr kann man Feuerwerk im Zeitraum von Freitag 28. Dezember 2018 bis 31. Dezember 2018 kaufen. Abschießen oder anzünden darf man das gekaufte Feuerwerk allerdings nur zwischen 31. Dezember 2018 0 Uhr und 1. Januar 2019 24 Uhr.

An diesen Orten in München ist Feuerwerk verboten

In ganz Bayern darf rund um Schlösser, Residenzen und Burgen kein Feuerwerk abgebrannt werden. Historische Anlagen werden wegen der hohen Brandgefahr gesperrt. Von der Sperrung sind unter anderem das Schloss Nymphenburg und die Residenz in München betroffen. In der Innenstadt ist das Böllern aber grundsätzlich nicht eingeschränkt.

Verboten ist es rund um die Allianz Arena, das Grünwalder Stadion, am Dantestadion sowie im Olympiapark. Die Polizei München erinnert außerdem an das Verbot in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Kinder- und Altenheimen Feuerwerkskörper abzubrennen. 

In München tobte monatelang eine Debatte um ein Böller-Verbot. Durchgesetzt hat sich die Forderung allerdings nicht. Auch bundesweit wird diskutiert: Laut einer Umfrage wünschen sich rund 60 Prozent der Deutschen ein Feuerwerksverbot in den Innenstädten.

Manche Städte gehen heuer mit gutem Beispiel voran: In Straubing gilt heuer erstmals ein Feuerwerksverbot in der Innenstadt wegen des Brands im Rathaus. Auch rund um die Nürnberger Burg ist Feuerwerk verboten. Wegen der Trockenheit herrscht im Landkreis Berchtesgadener Land eine hohe Flächen- und Waldbrandgefahr. Aus diesem Grund verbietet das Landratsamt für Silvester und Neujahr Feuerwerk am beliebten Aussichtspunkt Roßfeld inklusive Skigebiet. In Landshut ist heuer erstmalig in der kompletten Innenstadt Feuerwerk verboten.

Ruhig am Himmel soll es dieses Jahr in Ramsau bleiben. Ein umweltbewusster Hotelier hat einen Böller-Verzicht initiiert, an dem sich alle Vereine im Dorf beteiligen. Die hohe Feinstaubbelastung durch das Feuerwerk passe einfach nicht mehr zu einem Luftkurort und Bergsteigerdorf. 

Was sind illegale Böller und welche Strafen drohen?

Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen durch illegale Böller. Das Landeskriminalamt Bayern warnt in diesem Zusammenhang davor, Pyrotechnik ohne CE-Zertifizierung zu kaufen und zu verwenden. Laut LKA ist gerade bei Pyrotechnik aus dem Ausland oder aus dem Internet die Zusammensetzung völlig unklar. Es besteht die Gefahr von Fehlzündungen. 

Das Kriminalamt erklärt außerdem, welche Knaller Beschränkungen unterliegen und welche nicht. Pyrotechnische Gegenstände sind je nach Verwendungszweck und Gefährlichkeit in verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Nur das so genannte Kleinstfeuerwerk der Kategorie 1, z. B. Knallerbsen oder Wunderkerzen, darf von Personen ab 12 Jahren erworben werden.
  • Die in Deutschland handelsüblichen pyrotechnischen Gegenstände für Silvester sind in die Kategorie 2 eingestuft und frei ab 18 Jahren.
  • Pyrotechnik der Kategorie 3 und 4 (Mittel- und Großfeuerwerk) ist ausschließlich Inhabern entsprechender sprengstoffrechtlicher Erlaubnisse vorbehalten, auch wenn diese Pyrotechnik auf den freien Märkten im benachbarten Ausland oder im Internet zu günstigen Konditionen frei erhältlich ist. Selbst eine vorhandene CE-Zertifizierung für Kategorie 3 Feuerwerk auf ausländischen pyrotechnischen Gegenständen schützt nicht vor Strafe. Feuerwerkskörper der Kategorie 3 sind zwar in vielen europäischen Ländern für Personen über 21 Jahren frei verkäuflich, nicht jedoch in Deutschland.

Wer mit nicht-zertifizierten Böllern um sich schießt, der begeht einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Was mit drastischen Strafen geahndet wird: Bußgelder bis zu 50.000 Euro oder auch Freiheitsstrafen sind möglich. 

Wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit Feuerwerkskörpern

Damit das neue Jahr nicht gleich mit einer Menge Ärger beginnt, sollte man in der Silvesternacht in puncto feuerwerk ein paar Dinge beachten:

  • Feuerwerkskörper sollten ausschließlich im Freien verwendet und keinesfalls beim Anzünden in der Hand gehalten werden.
  • Blindgänger sollten auf keinen Fall erneut gezündet werden.
  • Käufer sollten nur zu geprüften Feuerwerkskörpern greifen. Diese erkennen sie am CE-Zeichen und an der Registriernummer. Sie beginnt mit der Kennnummer der Prüfstelle, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).
  • Feuerwerkskörper auf keinen Fall Kindern überlassen. Auch dann nicht, wenn der Erziehungsberechtigte unmittelbar daneben steht.
  • Finger weg von Böllern und Raketen aus Osteuropa. Diese Gegenstände entsprechen in der Regel nicht den rechtlichen Sicherheitsvorschriften und stellen somit ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar. Die Einfuhr, die Verwendung und die Weitergabe dieser Materialien sind Straftaten.
  • Halten Sie mit ihrem Feuerwerk genügend Abstand zu Krankenhäusern, Altenheimen, Kirchen, Museen oder dem Tierpark Hellabrunn. Auch für Haustiere ist die Knallerei an Silvester der pure Stress.
  • Fenster, Terrassen- und Balkontüren sowie Dachluken sollten Mieter geschlossen halten, damit sich keine Rakete ins Haus verirren kann.

Sicherheitslage an Silvester: Münchner Polizei rüstet sich

Böller, die mitten in die feiernde Menge geworfen werden. Raketen, die gezielt auf Menschen abgeschossen werden. Auch in München konnte man in den Silvesternächten der letzten Jahre solche Szenen beobachten. Der Marienplatz kommt zunehmend in Mode, um den Start ins neue Jahr zu feiern.

Silvester 2017 feierten etwa 6.000 Menschen rund um die Mariensäule. Rund 7.000 waren es am beliebtesten Hotspot, dem Friedensengel. Nicht immer geht es bei den Partys im Freien entspannt und friedlich zu. Aus größeren Gruppen junger Männer flogen Raketen und Böller in Richtung der feiernden Menschen. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben vergangenes Silvester zehn Personen festgenommen.

Das Präsidium stockt das Personal dieses Jahr erneut deutlich auf. 200 zusätzliche Beamte sind in der kommenden Silvesternacht im Einsatz. Insgesamt sollen rund 800 Polizisten in der Stadt für Sicherheit zu sorgen.  Um die Lage auf dem Marienplatz besser beobachten zu können, bleiben nach dem Abbau des Christkindlmarktes acht der Überwachungskameras bis Neujahr in Betrieb. Die Bilder werden live in die Einsatzzentrale des Präsidiums übertragen und ausgewertet.

Für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei zählt die Silvesternacht zu den einsatzstärksten des ganzen Jahres.

 

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