Tipps und Tricks Zecken-Gefahr: So geht man gegen die Blutsauger vor

Zecken können die Erreger der Borreliose und der Hirnhautentzündung FSME übertragen. Foto: dpa

Sobald die Temperaturen milder werden, zieht nicht nur viele Menschen in die Natur, sondern auch die Tierwelt erwacht zu neuem Leben. Zecken sind dabei der Albtraum viele Wanderer und Naturburschen. Was man tun sollte, wenn ein Blutsauger doch mal zugebissen hat, verrät die AZ.

München - Sobald das Wetter besser wird und die warme Jahreszeit ihre ersten Vorboten schickt, zieht's die Menschen vermehrt ins Grüne. Dort treffen sie auf andere Wesen, die ebenfalls die wärmeren Temperaturen bevorzugen.

Während Hasen, Singvögel und Schmetterlinge willkommen sind, haben viele Menschen große Angst vor Zecken. Denn die kleinen Spinnentiere - Zecken zählen nicht zu Insekten -  können gefährliche Krankheiten übertragen, wenn sie nicht richtig entfernt werden. Die AZ klärt zusammen mit den Johannitern auf, was man selbst tun kann und wann es besser ist zum Arzt zu gehen.

Vorsicht vor Zecken im hohen Gras

Dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Vielmehr findet man die kleinen Spinnentiere meist in Wäldern, im hohen Gras oder auf feuchtem Laub. Von dort klettern sie auf Menschen oder Tiere und suchen nach dünnen Haustellen, die sich dazu eignen, um mit ihren Mundwerkzeugen zuzubeißen. Wer also auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte Gebüsche und ungemähte Wiesen meiden - oder zumindest lange Kleidung tragen, damit die Zecken nicht zubeißen können.

Gründliche Kontrollen sind wichtig

Thomas Fuchs, Ausbildungsleiter der Johanniter in München, hat gute Tipps parat: "Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte man die Kleidung komplett ablegen und den Körper gründlich absuchen. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich bevorzugt draußen aufhalten". Nicht alle Bereiche sind dabei gleich stark gefährdet. "Zecken bevorzugen warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf".

Zeckenbiss: Was tun? Am besten schnell handeln!

Wenn eine Zecke doch mal zugeschlagen hat, ist das kein Grund zur Panik - trotzdem sollte man sie nicht ignorieren, da die Zecke dann sogar einwachsen kann. "Vor Borreliose schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig entfernt", so Fuchs. "Die Erreger sitzen im Magen-Darm-Trakt der Spinnentiere und gelangen 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde." Am einfachsten entfernt man die Blutsauger mit einer Pinzette oder speziellem Werkzeug wie Zeckenzangen. Wichtig ist, dass man die Zecke möglichst nahe an der Haut zu fassen kriegt und und am Kopfbereich herauszieht - vorsichtig und gerade, ohne die Zecke zu drehen. Im Anschluss sollte man die Stichstelle desinfizieren. Sollte doch etwas schief gehen, beispielsweise wenn der Kopf noch steckt, muss sofort zum Arzt, um sich untersuchen zu lassen. Besonders aufpassen sollten Frauen, die schwanger sind.

Viele Hausmittel, die im Umlauf sind, sollte man keinesfalls anwenden: Wenn man versucht die Zecke mit Klebstoff, Öl und anderen Mitteln zu ersticken, sondert sie in ihrem Todeskampf zusätzlich Flüssigkeit ab oder auch das Drehen im oder gegen den Uhrzeugersinn - in beiden Fällen steigt die Gefahr einer Infektion zusätzlich!

Borreliose: Frühzeitiges Erkennen ist besonders wichtig

Wenn es doch Erreger einer Krankheit in den Körper geschafft haben, erkennt man eine mögliche Borreliose meist an einem rötlichen Hof um die Einstichstelle - Juckreiz inklusive. Sollte sich dieser ausbreiten, ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen. Diese Rötung kann auch einige Tage nach dem Stich auftreten und dann noch jucken. Man sollte immer auf Nummer Sicher gehen, denn manchmal bleibt die Rötung ganz aus: "Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man einen Arzt konsultieren." Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose im schlimmsten Fall zu einer Lähmung der Nerven, zu Gelenkschmerzen oder sogar Herzmuskelentzündungen führen.

FSME-Impfungen können Schlimmeres verhindern

Auch wenn man eine Zecke schnell entfernt, besteht die Gefahr FSME weiterhin. Diese fiebrige Erkrankung kann zu einer Infektion im Gehirn und zu einer Hirnhautentzündung - auch Meningitis genannt - führen. Die FSME-Erreger befinden sich in den Speicheldrüsen der Spinnentiere, sie werden bei einem Zeckenstich also sofort übertragen. Gerade für Menschen, die in Risikoregionen in Deutschland leben oder dort Urlaub machen wollen, ist deshalb eine Zeckenimpfung empfehlenswert. Die Impfung benötigt drei Impf-Phasen und benötigt mehrere Monate, bis die Immunisierung abgeschlossen ist. Dafür hält der Schutz im Anschluss für mindestens drei Jahre. In Bayern übernimmt in der Regel die Krankenkasse alle Kosten.

Zecken die rote Karte zeigen

Ab sofort gibt es bei den Johannitern in München in der Schäftlarnstraße 9 kostenfrei eine rote Zeckenkarte, die nach einem Zeckenbiss hilft, den Blutsauger zu entfernen – solange der Vorrat reicht.

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