Tipps für weniger Abfall Weihnachten für die Tonne? Müll vermeiden - so geht's

Müllvermeidung als Kunst: ein Baum aus alten Plastikflaschen von Adam Stubley auf dem Tollwood. Foto: Bernd Wackerbauer

An den Feiertagen fällt sehr viel Müll an. Die AZ zeigt, wie Sie Abfall reduzieren können – und zwar mit ganz einfachen Tricks.

 

München - Weihnachtszeit ist Müllzeit. Nach den Feiertagen steigt in München die Müllmenge drastisch. Im Schnitt sind es 100 Tonnen mehr pro Tag als sonst. „Na sauber“ heißt heuer das Motto des Tollwoods. Beim Winterfestival drehen sich viele Kunst- installationen und Veranstaltungen um das Thema Müll und Recycling. Zum Abschluss des Festivals hat die AZ für zehn Themenbereiche Tipps gesammelt, die Ihre Mülltonne schonen.

Besser einkaufen

Wer hungrig einkaufen geht, bei dem landet mehr im Wagen, als er verbrauchen kann – diese Weisheit ist simpel, stimmt aber. Genauso wichtig ist ein Plan: Schreiben Sie einen Einkaufszettel – ob klassisch per Hand oder mit einer App (im App-Store unter Stichworten wie „Einkaufsliste“ oder „Einkaufszettel“ zu finden).

Dabei gibt es eine Ausnahme: Bei Obst und Gemüse sollten Sie darauf achten, die Ware zu kaufen, die gerade frisch ist. Hierfür ist es auch hilfreich zu wissen, welche Früchte nachreifen und welche Sie lieber im Geschäft lassen sollten, falls sie noch unreif sind. Zu den nachreifenden Früchten gehören unter anderem Nektarinen, Avocados, Bananen, Birnen, Kiwis, Mangos, Pflaumen und Tomaten. Bei Ananas, Auberginen, Beeren, Gurken, Kirschen, Paprika, Trauben und Zitrusfrüchte tut sich dagegen nach der Ernte nichts mehr.

Besser transportieren

Ob beim Einkaufen oder der täglichen Brotzeit: Setzen Sie auf Wiederverwendbares! Lassen Sie die Plastiktüte liegen und nehmen Sie sich eigene Stofftaschen von daheim mit. Wer seine Mittagspause im Büro verbringt und keine Zeit zum Essen gehen hat, kann sich seine Mahlzeiten in einer Box mitnehmen. Viele Gefäße sind mikrowellengeeignet und können erhitzt werden. Auf den Lieferservice sollten Sie, wenn möglich, verzichten – hier wird alles in Plastik verpackt und darf meistens aus hygienischen Gründen nicht in eigene Behälter gefüllt werden.

Besser lagern

Wenn Sie frische Lebensmittel kaufen, müssen Sie wissen, wie lange sie halten. Dafür stellt das Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis“) einen Richtwert dar – das heißt aber nicht, dass die Lebensmittel nach Ablauf des Datums nicht mehr genießbar sind. Dagegen sollte das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“), das auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch steht, eingehalten werden. Vieles kann weit über die Mindesthaltbarkeit hinaus konsumiert werden.

Eier: Um zu prüfen, ob ein Ei noch verwertbar ist, gibt es einen Test: Man füllt ein Glas mit Wasser und legt das Ei hinein. Bleibt das Ei am Boden, ist es frisch. Bleibt es unten, stellt sich aber auf, sollte es bald verbraucht werden. Schwimmt es oben, ist es verdorben.

Obst und Gemüse: Einheimische Früchte und Gemüsearten lagern idealerweise an einem kühlen Platz. Äpfel und Birnen kann man alternativ in einem perforierten Plastikbeutel im obersten Kühlschrankfach packen. Tomaten, Gurken und Paprika sollten nur ins Gemüsefach, wenn sie nicht sofort verbraucht werden, gleiches gilt für Blattgemüse und Kräuter. Steinobst und exotische Früchte fühlen sich bei Zimmertemperatur am wohlsten.

Den Reifeprozess beschleunigen kann das Reifegas Ethylen, das in Äpfeln, Birnen, Bananen und Tomaten enthalten ist. Deshalb sollte man Obst und Gemüse von diesen Lebensmitteln getrennt lagern.

Fleisch: Halten Sie die angegebene Kühltemperatur ein und lagern Sie Fleisch in einem luftdichten Behälter in der kältesten Kühlschrankzone (meist unterste Platte über dem Gemüsefach).

Brot: Am besten zur Lagerung eignen sich Holz- bzw. Steingutbehälter, in Plastik schimmelt es schneller. Generell gilt: Weizenprodukte halten sich nur wenige Tage, Brot mit hohem Roggenanteil bis zu einer Woche.

Upcycling

Neu machen, statt neu kaufen lautet das Motto beim Upcycling: Mit einfachen Mitteln gestaltet man aus alten Rohstoffen neue Möbel, Taschen, Schmuckstücke oder Kleidungsstücke. Workshops, in denen alte Kleider mit Stempeln, Stoffaufnähern oder Glitzersteinen aufgewertet werden, bietet zum Beispiel das Jugendinformationszentrum JIZ an der Sendlinger Straße an. Auch Do-it-yourself- und Nähbücher liefern Inspirationen.

Besser pflegen

Beim täglichen Kosmetikverbrauch kann man an der (Plastik-)Verpackung sparen – zum Beispiel, indem man Seife am Stück benutzt. Mittlerweile gibt es auch feste Shampoos (etwa von Lush, Sendlinger Str. 27), die man unverpackt in der Dusche lagern kann. Statt Reisegrößen von Duschgel oder Bodylotion neu zu kaufen lieber ein Set mit wiederverwendbaren Fläschchen benutzen (gibt es im Drogeriemarkt) und die Originalgrößen abfüllen – die Fläschen sind meistens auch exakt auf die zulässige Menge fürs Flugzeug genormt. Wer sich das Abschminkprodukt sparen will, kann stattdessen einfach handelsübliches Speiseöl wie Distel- oder Olivenöl benutzen – und das am besten auf ein wiederverwendbares Wattepad aus Baumwolle (z.B. auf etsy.com erhältlich) geben. Die Make-Up-Entferner Pads können nach der Benutzung einfach im Wäschesäckchen in der Maschine gewaschen werden. Auch für Kosmetiktücher gibt es waschbare Alternativen aus Bio-Baumwolle.

Besser trinken

320 000 Coffee-to-Go-Becher gehen in Deutschland stündlich über die Ladentheke. Jährlich werden allein 22 000 Tonnen Rohöl für Becherinnenseite und Deckel verbraucht, rechnet die Deutsche Umwelthilfe vor. Statt Einmalbecher plädiert die Initiative deshalb für Mehrweg-Thermobecher – die machen sich auch unterm Christbaum ganz gut.

Mehrweg ist auch für Kaltgetränke sinnvoll. Laut Umweltbundesamt werden mehr als die Hälfte der Getränke in Einwegverpackungen gefüllt. Pfand bedeutet nicht automatisch, dass man eine Mehrwegflasche gekauft hat. Besser: Leitungswasser in stabile Trinkflaschen abfüllen.

Reparieren statt wegwerfen

Mit ein bisschen Mühe können viele Geräte wieder in Schuss gebracht werden. Repair Cafés helfen dabei, etwa hier: Haus der Eigenarbeit, Wörthstr. 42 (am 21.2.2016, 12-17 Uhr) oder Werkbox3, Grafinger Str. 6 (Termin 7.1.2016, ab 18 Uhr).

Besser teilen

Carsharing ist vielen schon ein Begriff, aber auch Werkzeug, Campingbedarf oder Küchengeräte müssen nicht gleich gekauft werden. Man kann sie leihen. Auf dem Portal Frents (frents.com oder als Smartphone-App) können Privatleute Dinge zum Verleih anbieten, gratis oder gegen Gebühr. Lifethek.de funktioniert wie eine Bibliothek für Dinge. Man kann hier fast alles gegen eine Tagesgebühr leihen und bekommt es zugeschickt.

Richtig entsorgen

Schätzungen zufolge liegen bis zu 120 Millionen Handys in Deutschland ungenutzt herum – und damit auch wertvolle Rohstoffe wie Kupfer und Palladium. Die Deutsche Umwelthilfe und Telekom rufen dazu auf, alte Handys einzuschicken. Die Telekom kümmert sich um das Recycling. Versandetiketten gibt’s unter hier.

Dinge, die noch gut sind, aber die man nicht mehr braucht, kann man Montag (9 bis 16 Uhr) bis Samstag (9 bis 12 Uhr) im Diakonia Kaufhaus abgeben, Dachauer Straße 192. Greencity veranstaltet zudem Kleidertauschpartys (Infos unter Tel. 890 668 300).

Auf der Internetseite des Abfallwirtschaftsbetriebs gibt es ein Verschenk- und Tauschportal.

In Second-Hand-Läden, auf dem Flohmarkt oder auf Onlineportalen (z.B. "kleiderkreisel") finden alte Stücke neue Liebhaber – und Sie verdienen sogar etwas dabei.

Lebensmittel, die noch gut sind, kann man im Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstraße 80) beim Fair-Teiler abgeben.

Papiermüll vermeiden

20,4 Millionen Tonnen Papier haben die Deutschen laut Bundesumweltministerium 2014 verbraucht. Beim Pro-Kopf-Verbrauch zählt Deutschland weltweit zu den Spitzenreitern. Greifen Sie deshalb auf Recyclingpapier zurück. Achten Sie dabei auf Zertifikate wie den Blauen Engel.

Im Büro sollten Sie den „Drucken“ Befehl meiden. Wenn doch etwas ausgedruckt werden muss: Im Internet gibt es Gratis-Software (etwa: „GreenPrint World Edition“), die auszudruckende Seiten so optimieren, dass weniger halb leere Seiten ausgedruckt werden müssen.

Werbung, die Sie nicht wollen, abbestellen. Ein Eintrag in die Robinsonliste ist ebenfalls empfehlenswert. Wer sich dort einträgt, bekommt keine adressierten Werbebriefe von Unternehmen mehr, deren Kunde er nicht ist oder denen er nicht ausdrücklich zugestimmt hat.

 

0 Kommentare