Till Brönner in Nürnberg Ein Mann für viele Fälle

Komponist, Arrangeur, Sänger, Casting-Jury-Mitglied: Till Brönner hat viele Spielwiesen, doch die Trompete ist seine Profession. Foto: Matthias Hertlein

NÜRNBERG Wie die Säle, so der Sound: Tags zuvor die edle Philharmonie in München, am Sonntagabend der in die Jahre gekommene, gut besuchte Löwensaal in Nürnberg (Stehplätze inklusive): Till Brönner, Trompeter, Arrangeur, Komponist und jüngst TV-Star in einer Casting-Show ist auf vielen Spielwiesen daheim. Im Gepäck hatte das Multitalent seine jüngste Scheibe „At The End Of The Day“ nebst vorzüglicher Band. So kontrastreich wie die Konzert-Locations, so unterschiedlich und unterhaltsam ist seine Musik. Mal gefällig und ein bisschen prickelnd wie bei „Copaflat“, einem Kurztrip nach Rio. Dann wieder düstere, melancholisch eingefärbte Stimmungsbilder.

 


Der 39-Jährige ist ein Mann für viele Fälle, Stimmungen und Strömungen, zwischen Bossa Nova und Schwermut, zwischen Bach und Banalem, etwa bei „Summer Breeze“ des Duos Seals & Croft. Es dauert aber ein Weilchen, bis der Funke richtig überspringt. Dann aber nahm Brönners Trompeten-Express Fahrt auf, und die Mitstreiter machten ihm „Feuer unter meinem Allerwertesten“ (Brönner).


Als Lokalmatador Wolfgang Haffner stets lächelnd am Schlagzeug Geleitschutz für die amüsanten Duelle zwischen Brönner und Saxophonist Mark Wyand leistet, steigt der Puls der Zuhörer. Und wenn die Gitarre zu einem Phongewitter anhebt, dann rücken Jazz, Pop und Rock zusammen – eben für jeden etwas vom Sound- und Saal-Grenzgänger.

 

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