Tierschutz Kritik am Gänse-Heinrich

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Das ist der „Gänse Heinrich“ – über seinen Umgang mit den gefiederten Tieren spalten sich die Geister. Foto: John Schneider
 

Der Tierschutzverein kann nicht verstehen, dass der Mann die Tiere weiter halten darf

München -  Gänse sind gesellige Tiere. Im Schwarm buddeln und graben sie gerne den lieben langen Tag in der Erde und suchen Futter. Männlein und Weiblein bauen Nester und wenn sich zwei gefunden haben, dann bleiben sie ein Leben lang zusammen.

Deshalb ist es Judith Brettmeister vom Tierschutzverein ein Rätsel, dass das Veterinäramt nach einem Besuch beim Gänse-Heinrich behauptet, dass tierschutzrechtlich alles in Ordnung sei.

Das war passiert: Heinrich ist mit seinen Gänsen in der ganzen Stadt unterwegs. Meist hat er eine Gans an der Leine und will Geld von Passanten. Das Kommunalreferat hatte ihm 2002 verboten, mehr als zwei Gänse zu halten. Trotzdem wurde er immer wieder mit mehreren Gänsen gesehen. Jetzt haben die Behörden bei ihm vorbeigeschaut (AZ berichtete). Sie fanden eine wohlgenährte Gans. Also alles in Ordnung?

„Das Veterinäramt wartet wohl darauf, dass er die letzte Gans stranguliert“, sagt Brettmeister. Sie spricht für Dutzende Münchner Tierfreunde, die fordern, ihm alle Tiere abzunehmen. „Wir bekommen permanent Anrufe, dass der Tierschutzverein gegen den Mann vorgehen soll“, sagt Brettmeister. Tun können die Tierschützer freilich nichts. Doch sie machen die Behörden auf einen Paragrafen im Tierschutzgesetz aufmerksam: Der besagt, dass das gewerbsmäßige Zurschaustellen von Tieren der Erlaubnis der Behörden bedarf. „Aber das wird nicht zu Gunsten der Tiere ausgelegt.

Stattdessen darf er weiter mit seiner Gans auf dem harten Steinboden vor der Oper stehen und betteln“, sagt Brettmeister. Auf az-muenchen.de ärgern sich Leser über die Behörden: „Wann bekommt der Typ endlich ein Haltungsverbot?!“, schreibt Elisabeth P. und Gast 13 fragt: „Wie viele Anzeigen und Hinweise müssen eigentlich noch eingehen?“ Auch Florian R. hat den Gänse-Heinrich immer wieder getroffen: „Springt die am Hals festgebundene Gans versehentlich aus dem Körbchen, würgt es sie.“

 

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