Tierpark Hellabrunn Paviane jagen Hund

Brüllend rennen die Affen dem Eindringling hinterher. Mit den spitzen Pavian-Zähnen macht er zum Glück keine Bekanntschaft. Foto: Markus Viellvoye

Husky Akiba auf Abwegen: Er reißt sich von seinem Frauchen los und macht einen ziemlich gefährlichen Abstecher ins Affen-Gehege.

 

München - Akiba hat Glück gehabt. Sein kleines Abenteuer hätte auch anders ausgehen können. Der zwei Jahre alte Husky besuchte mit seinem Frauchen Anna Jakob (23) den Tierpark Hellabrunn. Er lief an der Leine. Als die beiden vor dem Pavian-Gehege standen, ging alles blitzschnell. Akiba riss sich los und sprang mit einem Satz über die Brüstung in die Tiefe.

„Die Affen haben sich spontan zusammengerottet“, erzählt Markus Viellvoye, der die Szene zufällig beobachtete. Mit lautem Gebrüll jagten die Paviane hinter dem Husky her, der unbeirrt und fröhlich eine Runde durchs Gehege drehte. Blieb der Hund stehen, hielten auch sie inne und bildeten eine Mauer. „Angegriffen haben sie ihn nicht“, berichtet Viellvoye. Etwa fünf Minuten dauerte der Affen-Zirkus, den einige Zuschauer gebannt verfolgten.

Frauchen Anna Jakob bekam von der Jagd auf ihren frechen Vierbeiner nicht viel mit. „Ich war halb geschockt und halb mit der Frage beschäftigt, wie ich den Hund da wieder rausbekomme“, erzählt die Krankenschwester aus dem schwäbischen Neusäß. Schnell waren Tierpfleger zur Stelle und baten sie zu einer Tür am Rand des Geheges. Als Akiba in Hörweite war, reagierte er auf ihr Pfeifen – und kam schwanzwedelnd auf sie zu.

Angst? Stress? Von wegen! Ihm schien der kleine Ausflug auch noch Spaß bereitet zu haben. Wer aber einmal die kräftigen Eckzähne eines Pavian-Gebisses gesehen hat, weiß: Die Spritztour des Huskys hätte üble Folgen haben können.

Nach Auskunft der Zoo-Mitarbeiter seien Paviane sehr aggressiv, erzählt die Halterin des Hundes: „Sie waren verwundert, dass die Affen nicht auf ihn losgegangen sind.“ Anna Jakob ist froh, dass ihrem Husky nichts passiert ist. „Ich bin schon viel von dem Mistvieh gewöhnt“, erzählt sie. „Aber sowas hatten wir noch nicht.“

Akiba besuchte zwar von klein auf eine Hundeschule. Doch trotz Training und Erziehung: Seine Lust, fremdes Territorium zu erkunden, ist ungebrochen. „Er ist einfach ein Entdecker. Er überrascht mich fast täglich“, sagt die 23-Jährige, als sie mit der AZ telefoniert. Dann unterbricht sie das Gespräch kurz. „Hörst du auf, sappalot“, ist im Hintergrund zu hören.

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