Tiere aus Autofenster geworfen Facebook-Nutzer fordern Todesstrafe für den Katzenmörder

Die Polizei sucht nach wie vor nach dem Täter, der am Samstagmittag zwei Kätzchen aus einem Auto schleuderte und anschließend noch über eines der Tiere fuhr. Beide Katzen starben bei dem Vorfall. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Ein Autofahrer wirft zwei Kätzchen aus seinem Auto und überfährt eine. Die Polizei sucht Zeugen, die Social-Media-Gemeinde fordert ein hartes Vorgehen.

 

Landshut - "Boa, ich schreib lieber nicht was ich denke und mit dieser D... tun würde. Elendiger Bastard" und "So ein Ar... Hätt ich den beobachtet würd ich mit meinem Auto mal kurz über ihn drüber rollen. Was für ein unterbelichteter, armseliger Zeitgenosse" sowie "der Mensch ist ein Monster": So und ähnlich, wahlweise noch viel schlimmer und hasserfüllter, sind die Kommentare von diversen Facebook-Nutzern unter einer Meldung, die die Polizei Vilsbiburg am Sonntag verbreitet hat.

Es geht um einen Unbekannten, der am Samstagmittag zwei Kätzchen aus dem Auto warf – und wohl über eins absichtlich drüber fuhr. Beide Tiere starben laut Polizei bald nach dem Vorfall. Seitdem schlagen die Wellen in Social Media hoch – und die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen, die den Unbekannten beobachtet haben und weitere Hinweise auf seine Identität liefern können.

Bekannt ist lediglich, dass der Täter die Kätzchen aus einem grauen Opel herausschleuderte. Passiert ist das Ganze am Samstag, gegen 13.15 Uhr, "im Bereich Haselhub", wie die Polizei schreibt. Weiteres will sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Bis zu drei Jahre Haft möglich

Als "unsäglich" bezeichnet Hermann Vogelgsang, Leiter der Polizei in Vilsbiburg, die Tat. Noch nie sei so etwas bei der Polizei angezeigt worden, der Vorfall sei absolut unüblich. Ehrfurcht vor Lebewesen sei offenbar nicht bei allen gegeben. "Wir hoffen, dass wir den Täter finden und ermitteln natürlich weiter."

Rechtlich jedoch sei die Sache schwierig, Tiere gelten im Strafgesetzbuch als Sachen – ihnen Leid zuzufügen gilt also als "Sachbeschädigung", jedoch nur dann, wenn das Tier einem anderen gehört.

Im Tierschutzgesetz aber soll tierschutzwidriges Verhalten geahndet werden; dazu gehören die ungerechtfertigte Tötung von Wirbeltieren und die rohe und quälerische Misshandlung. Das Ganze läuft dann unter Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße und bis zu drei Jahren Gefängnisstrafe geahndet werden.

Lynchjustiz im Netz

Todesstrafe und Lynchjustiz, wie so manch einer der Kommentatoren im Netz fordert, ist allerdings nicht dabei. Was manch einer zudem anmerkt: Es sei seit jeher Usus in Niederbayern, kleine Katzen zu ertränken oder noch Schlimmeres mit ihnen anzustellen. Diesen "Brauch" wollen dennoch viele nicht gelten lassen und raten eher dazu, Katzen sterilisieren lassen, denn "die Überpopulation der Katzen ist die schlimmste Tierquälerei überhaupt", wie es auf Social Media von einer Frau heißt.

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