Themenwelten Ski & Fun Sudelfeld oder Spitzing: Was ist besser?

Familienparadies für Wintersportler: Das Skigebiet am Sudelfeld. Foto: Günter Reimann

MÜNCHEN - Die zwei Skigebiete sind beide Partner bei Alpen Plus – und sie stellen Skifahrer vor die Qual der Wahl: Ein Vergleich zwischen dem Sudelfeld und Spitzing.

 

Scheint die Sonne, sind die Berge schneebedeckt und ist vielleicht auch noch Wochenende, dann gibt es für Münchens Wintersportler kein Halten mehr. „Zum Spitzing oder aufs Sudelfeld?“ Das ist die Frage, die sich bereits die ersten alpinen Skisportler vor rund 100 Jahren stellten und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Ausrüstung ist perfekter geworden und auch die beiden Skigebiete wurden im Lauf der Jahrzehnte technisch aufgerüstet, doch die Qual der Wahl ist geblieben. Wo liegen nun die Vor- und wo die Nachteile der beiden Münchner Hausskigebiete?

Keine Frage, der kürzere Weg von München führt zum Spitzingsee, zum Sudelfeld bei Bayrischzell sind es rund sechs Kilometer mehr. Doch die ungebrochene Beliebtheit des Skigebietes hoch über dem Schliersee hat ihren Preis: Passt das Wetter am Wochenende und ist die Schneelage ideal, dann gibt es dort oben regelmäßig ein Problem. Dann heißt es häufig schon am frühen Vormittag: Alle Parkplätze besetzt!

Auf dem Sudelfeld bei Bayrischzell dagegen gibt es ausreichend Parkplätze, die auch alle – im Gegensatz zum Spitzinggebiet – kostenlos sind. Doch vom Sudelfeld schaut man (noch!) neidvoll auf die beiden modernen Vierer-Sessellifte, die vom Spitzingsee und vom Tegernseer Tal aus mittlerweile die doppelte Zahl von Skifahrern und Snowboardern in der Hälfte der Zeit auf den Stümpfling befördern. Die Folge: Auf den Pisten drängelt sich jetzt auch die doppelte Zahl von Skifahrern und Snowboardern. Nicht jedem gefällt das.

Zwar will man auch auf dem Sudelfeld in den nächsten Jahren Millionen in die technische Aufrüstung der Liftanlagen investieren, doch noch geht’s rund um Waldkopf und Vogelsang eher gemächlich zu. Die in diesem Winter so hilfreichen Schneekanonen sind mittlerweile in beiden Skigebieten im Einsatz. Nostalgiker sollten sich jedoch beeilen, wenn sie noch einmal mit der rund 50 Jahre alten „Schwebebahn“ von Bayrischzell aus aufs Sudelfeld hinaufschaukeln wollen.

Bei wenig Schnee kein Skibetrieb

Das größte Handicap am Spitzingsee: Es gibt zwei erschlossene Skiberge, die aber nicht miteinander verbunden sind: Taubenstein und Stümpfling. Vor allem der Taubenstein hat mit seinen sportlichen und meist leeren Pisten sowie als idealer Ausgangspunkt für unzählige Skitouren rund um die Rotwand eine treue Fangemeinde. Doch wer dort einen Tagesskipass erwirbt, wechselt trotz Shuttlebus selten hinüber zum Stümpfling, bezahlt jedoch mit seinem Tagesskipass die dortigen Anlagen mit – und umgekehrt. Außerdem sind rund um den Taubenstein noch keine Schneekanonen im Einsatz. Das heißt: Bei wenig Schnee – wie zur Zeit – kein Skibetrieb.

Zwar wirbt man auf dem Sudelfeld mit dem Slogan „flächenmäßig größtes Skigebiet Deutschlands“, doch da sind wohl die Pisten am nahen Wendelstein mit eingeschlossen. Leider gilt das Liftticket vom Sudelfeld nicht am Wendelstein und umgekehrt. Ein Vorteil auf dem Sudelfeld: Man muss sich weder über vereiste Ziehwege quälen – wie zum Beispiel am Spitzingsee vom Stümpfling hinüber zur Firstalm – um die Pisten zu wechseln, am Ende jeder Abfahrt wartet ein Lift für die Bergfahrt zur nächsten Piste. Zweifellos neben dem weitläufigen und weitgehend baumfreien Gelände einer der größten Vorzüge des Sudelfelds.

Nighttubing am Tannerfeld

Doch gerade zog man am Spitzingsee einen neuen Trumpf aus dem Ärmel: Ab sofort ist die 2,5 Kilometer lange Stümpflingabfahrt jeden Donnerstag und Freitag von 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr beleuchtet. Das kostet 15 Euro – und natürlich ist auch dann die beliebte „Jagahütt’n“ auf dem Stümpflinggipfel geöffnet.Da kann Bayrischzell auf dem Sudelfeld zwar noch nicht mithalten, doch drunten im Tal, auf dem Übungsgelände „Tannerfeld“ – ist man auch „nachtaktiv“. Und zwar beim „Nighttubing“, einer mit Steilkurven versehenen, rasanten Rutschbahn, die man auf Schlauchreifen bewältigt. Eine Riesengaudi – nicht nur für Kinder.

Günter Reimann

 

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