Themenwelten Reise & Erholung Reisegutscheine: Schnäppchen oder Nepp?

Auch mit Gutschein gibt es den Traumurlaub nicht umsonst. Foto: srt

Mit Coupons, Vorteilscodes und Sparbons kommt man günstig an Reisen. Wer nicht aufpasst, der kann aber auch leicht auf die Nase fallen.

 

In der Metzgerei von früher gab's ein Würstchen als Zugabe, das Reisebüro von heute legt einen Gutschein auf die gebuchte Reise oben drauf. Schmeckt der immer so gut wie der Knacker von damals? Wir haben es nachgeprüft.

Beispiel 1: Der Coupon für die Folgereise.

Wer eine Urlaubsreise bucht, der bekommt immer häufiger zur Belohnung einen "Vorteilscode", eine "Urlaubsprämie" oder einen "Coupon" im Wert von 50 bis 150 Euro oben drauf. Das ist natürlich erst mal sehr willkommen, hat aber einen Pferdefuß: Den Discount gibt es erst bei der nächsten Reise. Und die muss man dann wieder beim gleichen Reisebüro buchen. Beliebt sind solche Aktionen bei den großen Webreisebüros wie Opodo oder Ab-in-den-Urlaub. Unsere Meinung: eine clevere Marketingidee, den Gutschein hebt man gern auf. Trotzdem sollten Sie auch beim nächsten Mal die Preise vergleichen, da ist oft mehr gespart als die 50 Euro.

Beispiel 2: Der gekaufte Gutschein.

Das Internet ist heute voll von Webseiten und Aktionsplattformen, die sich auf den Verkauf von Wertgutscheinen spezialisiert haben. Immer häufiger sind da auch Reisen im Angebot. Voraussetzung: Der Umsatz muss mindestens zehnmal so hoch sein wie der Gutschein. Firmen wie Coupons4u.de, Gutscheincode.org, Couponmountain.de, Gutscheine4you.com und Sparbon.de bieten z.B. Gutscheine für zehn Euro, für die man dann 100 Euro Rabatt auf eine 1000 Euro teure Reise bekommt. Wo ist der Haken? Meistens kann man nur bestimmt Reisen mit dem Gutschein kaufen – Flüge sind gern ausgenommen. Und natürlich ist man als Urlauber wieder auf den Reiseanbieter fixiert, auf den der Gutschein ausgestellt ist. Unser Tipp: Wenn Reise und Anbieter passen, nimmt man die neun Prozent Rabatt gern mit.

Beispiel 3: Geschenkgutscheine.

Zahlreiche Reisebüros und kleine regionale Veranstalter werben mit Reisegutscheinen als Geschenkidee. Wer jedoch einen Gutschein von dem Anbieter erhält, der kann dann auch nur bei diesem einen Reisebüro buchen, die Auswahl ist dann oft begrenzt. Das macht also eigentlich nur Sinn, wenn man weiß, dass der Beschenkte dort regelmäßig einkauft. Der Schenker sollte außerdem an die Gültigkeitsdauer denken. Viele Reisegutscheine sind auf ein Jahr befristet. Zu knapp, heißt es dazu bei der Verbraucherzentrale Düsseldorf. Als Faustregel nennt sie eine Frist von mindestens zwei Jahren. Unsere Meinung: Schenken Sie besser Geld.

Beispiel 4: Der Hotel-Gutschein von Ebay.

Immer mehr – durchaus renommierte - Hotels füllen damit schwach gebuchte Termine. Da ließ sich kürzlich ein "Wochenende im Schlosshotel" für zwei zu 75 Euro ersteigern. Normalerweise zahlt man das Doppelte – ein tolles Angebot. Allerdings sind einige Fallstricke zu beachten: Versteigert wurde ein Gutschein, der binnen zwei Monaten einzulösen war. Besser – und üblich - wäre ein Jahr. Dazu kommt: Das Hotel versteigerte über einen Mittelsmann. Und der beharrte darauf, Privatverkäufer zu sein und damit nicht zu Gewähr und Umtausch binnen 14 Tagen verpflichtet zu sein wie sonst bei Internetverkäufen. Immerhin waren die Bewertungen seiner bisheriger Kunden durch die Bank positiv. Da kann man also wohl zugreifen, fragt aber besser vorher beim Hotel nach, ob der gewünschte Termin noch frei ist.

Beispiel 5: Der Gewinn-Gutschein.

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen! So steht es auf einem Urlaubsgutschein. Wer würde sich da nicht auf die "Gratisbusreise im Wert von 250 Euro" freuen? Doch Achtung! Vor Ort stellt sich dann meistens heraus, dass das Hotel etwas abgelegen ist und dass Verpflegung und Getränke nur überteuert im Hotel zu haben sind. Einzige Abwechslung in der Einsamkeit sind Ausflüge zu gepfefferten Preisen. Unser Tipp: Prüfen Sie Ort und Lage des angebotenen Hotels genau. Wenn kein Hotel genannt ist, Finger weg! Regelmäßig werden nämlich mit den glücklosen Gewinnern leer gebliebene Hotelbetten gefüllt.

b>Hans-Werner Rodrian

 

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