Themenwelten Reise & Erholung Ab 1. April ist der Resturlaub futsch

Illustration Foto: dpa

Wer sich die freie Zeitnicht nimmt, hat späternur im AusnahmefallAnspruch auf Ersatz.

 

Es ist eine enormeZahl: Rund 75 Millionen Urlaubstage,so schätzen Experten,lassen deutsche Beschäftigtejedes Jahr verfallen. ImSchnitt sind das gut zwei Tagepro Arbeitnehmer.

Wer das vermeiden will, dersollte seinen Jahresurlaubrechtzeitig nehmen. Das heißtmeist: spätestens bis zum 31.März des Folgejahres. Danachist der Urlaub in der Regelfutsch. Die AZ beantwortet diewichtigsten Fragen zum Resturlaubfür Arbeitnehmer.

Hat man automatisch bis zum 31.März Zeit? Nein. Viele Firmenerlauben ihren Mitarbeiternzwar ohne weiteres, einen Teilihres Jahresurlaubs im erstenQuartal des nächsten Jahreszu nehmen. Selbstverständlichist das aber nicht. Nachdem Gesetz müssen Arbeitnehmerden Urlaub komplettim Kalenderjahr abfeiern.„Eine Übertragung ist nurmöglich, wenn es betrieblicheoder persönliche Gründe dafürgibt“, sagt der MünchnerArbeitsrechtler Fritz Maier.Also: Wenn im Betrieb viel Arbeitanfällt oder der Arbeitnehmerkrank war, so dass er denUrlaub nicht nehmen konnte.Als Grund gilt aber auch betrieblicheÜbung. Das heißt:Ist es allgemein gängig, den Urlaubins nächste Jahr zu übertragen,dann gilt der 31. Märzautomatisch als Stichtag.

Muss der Urlaub bis 31. März komplettweg sein? Eigentlich ja.Wer ihn bis dahin nichtnimmt, hat Pech gehabt: Am1. April verfällt der Anspruchersatzlos. Man kann vom Arbeitgeberdann auch keinGeld für den entgangenen Urlaubverlangen.

Gibt es Ausnahmen? Die gibt es:„Man kann mit dem Arbeitgebervereinbaren, dass manden Resturlaub oder einen Teildavon erst nach dem 31. Märznimmt“, sagt Anwalt Maier.Das macht man am bestenschriftlich. Außerdem giltauch hier: Ist es im Betrieb üblich,Urlaub über den 31. Märzhinaus zu verlängern, könnendie Arbeitnehmer das für sichin Anspruch nehmen.Und: Resturlaub bleibt auchbestehen, wenn der Beschäftigtekrank war, deshalb denUrlaub nicht nehmen konnte– und ihn bis zum 31. Märzauch nicht nachholen kann.

Muss der Arbeitgeber den Urlaubbis 31. März auch genehmigen? Ja.Verweigert der Chef den Resturlauboder einen Teil davon,„dann hat der ArbeitnehmerAnspruch auf Schadenersatz“,erläutert Experte Maier. Dasheißt konkret: Man kann denUrlaub später nehmen.

aja

 

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