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Die Hauptstelle der Stadtsparkasse am Marienplatz – auch ihre Makler erlebten einen Nachfrageboom. Foto: Stadtsparkasse München

Nachfrageboom bei Wohnungen und Häusern: Gerade in Zeiten der Krise wollen die Menschen ins Eigenheim investieren

 

MÜNCHEN Die eigene Immobilie steht in Bayern weiter hoch im Kurs. Gerade unter dem Eindruck der Finanz- und Wirtschaftskrise investierten Selbstnutzer und Kapitalanleger verstärkt in Wohneigentum, erklärte die Sparkassen-Finanzgruppe vergangene Woche in München. „Unsere Makler erlebten 2009 einen regelrechten Nachfrageboom“, sagte der Vizepräsident des bayerischen Sparkassenverbandes, Rudolf Faltermeier. Angesichts wachsender Inflationssorgen seien viele Menschen auf der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten und wollten zudem vom günstigen Zinsniveau profitieren.

Die positive Stimmung mache sich nach langer Flaute sogar im Neubau bemerkbar: „Erstmals in diesem Jahrtausend haben die Eigenheimgenehmigungen in Bayern 2009 ohne politisch bedingte Sonderfaktoren zugelegt“, erklärte der Chef der LBS Bayern, Franz Wirnhier. Die Sparkassen im Freistaat konnten im vergangenen Jahr ihren Bestand an Wohnungsbaukrediten um 1,5 Prozent auf 48,4 Milliarden Euro steigern und damit ihren Marktanteil in diesem Geschäft weiter ausbauen, wie Faltermeier sagte.

Insgesamt vermittelten LBS und Sparkassen 9630 Häuser, Wohnungen und Grundstücke im Wert von zusammen 1,35 Milliarden Euro. Die Courtage legte um 15 Prozent auf knapp 62 Millionen Euro zu. Das sei das beste Ergebnis seit mehr als zehn Jahren gewesen.

Besonders gefragt blieben dabei Gebrauchtimmobilien: Mehr als acht von zehn Objekten, die im Auftrag der Sparkassen-Immo vermittelt wurden, stammten aus dem Bestand. Als Grund dafür sieht die Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH einen Mangel an neu gebauten Immobilien. Allerdings seien Bestandsimmobilien auch im Schnitt rund 100000 Euro preiswerter als Neubauten.

Generell zeigen die Immobilien-Preise nach Einschätzung der Sparkassen-Immo überwiegend weiter nach oben. Schon 2009 mussten Käufer beispielsweise für gebrauchte Häuser im landesweiten Schnitt 181000 Euro und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahr investieren, bei neuen Häusern kletterte der Durchschnittspreis sogar um 10 Prozent auf 305000 Euro.

 

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