Themenwelten Beruf & Karriere Stress-Symptome bei Schülern ernst nehmen

Wenn das eigene Kind mit Stress-Symptomen zu kämpfen hat, sollten die Eltern möglichst schnell nach den Ursachen suchen. Foto: dpa

Bauchschmerzen, Kopf- weh oder Gereiztheit – Eltern sollten die Ursachen suchen

 

Wenn Schüler unter Stresssymptomen leiden, sollten Eltern sehr gründlich nach den Ursachen forschen. Gründe für Kopfschmerzen, Einschlafprobleme, Gereiztheit oder Bauchschmerzen könnten eine Überforderung in Schule oder Freizeit, aber auch Mobbing oder ein schlechtes Klassenklima sein. Das erklärt Stefan Drewes, Leiter der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologen. Laut einer aktuell vorgestellten Umfrage der Universität Lüneburg und der Krankenkasse DAK leidet jeder dritte Schüler in Deutschland unter regelmäßigen Stress-Symptomen. Besonders häufig sind Mädchen betroffen: 38,2 Prozent der Schülerinnen berichten von solchen Problemen, bei den Jungen waren es 21,3 Prozent. Befragt wurden 4482 Schülerinnen und Schüler aus Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen sowie Gymnasien. Die Umfrage ergab auch, dass die psychosomatischen Probleme offenbar eng mit einem schlechten Klassenklima zusammenhängen. In entsprechenden Klassen war der Anteil der Schüler mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Treten Stress-Symptome bei einem Kind auf, wenden sich Eltern am besten erstmal an die Lehrer, empfiehlt Drewes. Fühlen sie sich dort nicht ernst genommen oder tut der Lehrer nichts, sollten sie sich mit anderen Müttern und Vätern austauschen und die Frage „Geht es anderen Schülern ähnlich?“ klären. Ist das der Fall, können sich die Eltern an die Schulleitung oder die Elternbeiräte wenden. Dabei sollten sie Drewes zufolge versuchen, gemeinsam mit der Schule und nicht gegen sie eine Lösung zu finden. Sonst können die Probleme noch zunehmen. „Oft wollen Kinder in solchen Situationen gar nicht, dass sich ihre Eltern massiv einmischen.“ Leidet nur das eigene Kind unter Schlafstörungen und anderen Stress-Symptomen, ist es möglicherweise überfordert – entweder durch die Schule, durch familiäre Konflikte oder ein eng getaktetes Freizeitprogramm. „Dann muss man ganz anders vorgehen“, sagte Drewes. Wichtig ist vor allem zu klären, wie das Kind entlastet werden kann.

 

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