Theater im Rotlicht Eine erotische Abrechnung

Das Pornokabarett der Bairishen Geisha Foto: Kulturbüro

Das Pornokabarett von der Münchner Performancegruppe "Bairishe Geisha"

Für kulturbeflissene Münchner ist die Gelegenheit, einmal ein Striptease-Lokal besuchen zu können, ohne sich dafür mit roten Ohren erklären zu müssen, günstig wie selten. Das Cabaret Pigalle in der Thalkirchner Straße ist zur Zeit Tatort des jüngsten Streichs der Bairishen Geisha. Das Performance-Duo treibt dort „Pornokabarett“ - natürlich ein Kulturevent. Dennoch ist das nichts für allzu zarte Gemüter.

Judith Huber und Eva Löbau bespielen das rotplüschige Tabledance-Etablissement mit ultraharter Satire über die Vermarktung des weiblichen Körpers. Dazu erzählt Die Bairishe Geisha die krude Geschichte von den „Smoking Pussies“, die sich vor Jahren aus den Augen verloren und jetzt im Pigalle wieder treffen. Judith (Judith Huber) ist inzwischen, ausgerüstet mit einem Dildo, eine gefragte Männerdarstellerin, Eva (Eva Löbau) ist verheiratet mit dem Maler Jörg Besser (Jörg Besser). Um im Gatten wieder mehr erotisches Interesse an ihr zu entfachen, will sie ihn im Pornoladen überraschen. Der entfesselte Auftritt an der Tanzstange erfordert den Einsatz einer Frauenärztin (Vivien Mahler), was im Falle Judiths und ihres umgeschnallten Gemächts vor der medizinischen Behandlung zur schönen ärztlichen Bitte führt: „Könnten Sie bitte das Glied abnehmen?“

Die Show verbindet in schrägen bis fantastischen Bildern höchst unerotische Gynäkologie mit den Klischees der Sinnlichkeit und listig zotigen Scherz über emotionsreduzierte Männlichkeit. Am Ende singen sich alle um den Musiker Dim Sclichter mit dem kitschig melancholischen Tina-Turner-Song „Private Dancer“ in den Schlaf.

 

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