Mord aus verschmähter Liebe Frau (21) tot in Hochhaus gefunden: Ex-Freund dringend tatverdächtig

, aktualisiert am 12.12.2019 - 20:52 Uhr
Die Polizei durchsuchte die Wohnung und fand die Leiche der Frau. Foto: ho

Die Polizei ist am Mittwochabend mit einer Hundertschaft zu einem Haus im Hasenbergl ausgerückt. In einer der Wohnungen fanden die Ermittler die Leiche einer Frau. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

 

München - Pascal K. schrieb seiner Exfreundin Ende Oktober ein Liebesgedicht. Es endet mit den Worten: "So gern, nicht da. Nimm die Furcht, sowie die Wut und verwandle sie in Anmut".

Der Bürokaufmann (26) kann einfach nicht verwinden, dass Sabrina S. (21) mit ihm Schluss gemacht hat. Seit Februar letzten Jahres waren sie ein Paar. Doch im Oktober ist alles aus. Sabrina S. will nur mehr eine lockere Freundschaft, sie hat bereits einen anderen Mann kennengelernt.

Pascal K. will die 21-Jährige unbedingt zurückgewinnen. Sie treffen sich nur noch gelegentlich. Doch Liebe ist es nicht mehr, was die Bürokauffrau aus dem Landkreis München für ihn empfindet. Sie sind nur mehr Kollegen, Freunde – nichts weiter.

Opfer wollte Beziehung nicht mehr aufnehmen

Am Mittwoch unternimmt Pascal K. einen letzten Anlauf, seine Ex-Freundin zurückzugewinnen. Er schlägt eine Aussprache vor und lädt sie nachmittags in seine Wohnung im siebten Stock eines Hochhauses in der Stösserstraße (Hasenbergl) ein. Ahnungslos nimmt Sabrina S. die Einladung an – das Todesurteil für die 21-Jährige.

Die junge Frau reagiert auf seine Liebesbeteuerungen anders, als er es erhofft hat. "Sie wollte die Beziehung nicht mehr aufnehmen", sagt Josef Wimmer, Chef der Mordkommission.

Es kommt zum Streit. Pascal K. greift zu einem Messer und sticht blind vor Wut und Enttäuschung zu. Blutüberströmt bricht Sabrina S. in der Wohnung zusammen. "Der Oberkörper des Opfers weist mehrere tiefe Stich- und Schnittwunden auf", so Josef Wimmer.

Täter gesteht einer Bekannten am Handy den Mord

In Panik flüchtet Pascal K. aus der Wohnung. Er irrt eine Zeit lang ziellos umher. Dann meldet er sich bei einer Bekannten und spricht ihr aufs Handy: "Ich habe eine Frau getötet", gesteht er. Die Bekannte ist geschockt von der Sprachnachricht und informiert die Polizei.

Eine Streife fährt kurz nach 19 Uhr zu dem Hochhaus im Hasenbergl. Die Beamten öffnen die Tür und finden in der Wohnung die tote 21-Jährige.

Sofort wird eine Großfahndung nach Pascal K. ausgelöst. Die Polizisten finden in der Wohnung einen Laufschuh. Mit einem Spürhund versuchen die Polizisten, die Spur des Tatverdächtigen aufzunehmen.

Täter stellt sich am späten Abend der Polizei

Um 21.15 Uhr meldet sich Pascal K. bei einer Polizeiinspektion und stellt sich freiwillig. Er wird festgenommen. Ermittler der Mordkommission vernehmen den 26-Jährigen. Er berichtet von seiner unglücklichen Liebe, von der Aussprache und was dann geschah.

Ein Ermittlungsrichter erließ gestern Haftbefehl gegen den Bürokaufmann wegen Mordes. Die Staatsanwaltschaft sieht zwei Mordmerkmale erfüllt: Heimtücke und niedere Beweggründe. "Es gab vorher keine Gewalt in der Beziehung", sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding, "das Opfer war arg- und wehrlos, als es die Wohnung betrat." "Zudem sehen wir niedere Beweggründe", so Anne Leiding, "der Täter handelte aus Wut über die Zurückweisung."

Pascal K. sitzt in einer Zelle der JVA Stadelheim. Derzeit, so die Staatsanwaltschaft, lägen keine Hinweise auf eine psychische Störung vor.

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