Take-That-Sänger Steuerhinterziehung: Muss Gary Barlow Orden abgeben?

Gary Barlow wird vorgeworfen, Millionen an Steuern hinterzogen zu haben. Foto: dpa

Take-That-Sänger Gary Barlow (43) hat angeblich Millionen an Steuern hinterzogen. Deshalb soll er die britische Version des Bundesverdienstkreuzes rausrücken, fordern Kritiker.

London - Eigentlich heißt „Take That“ ja „nimm das“. Doch wenn es ums Steuern zahlen ging hat sich Take-That-Star Gary Barlow sich anscheinend doch gedacht: Ich behalt’s. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat die Band angeblich dem britischen Fiskus vorenthalten. Kritiker fordern jetzt, dass Gary Barlow seinen von der Queen verliehenen „Order of the British Empire“ – vergleichbar mit dem Bundesverdienstkreuz hierzulande – zurückgeben soll.

Der Vorwurf: Barlow soll gemeinsam mit seinen Band-Kollegen Howard Donald, Mark Owen sowie Manager Jonathan Wild Millionensummen am Finanzamt vorbei geschleust haben. Dazu gründeten sie Firmen, die offiziell der Unterstützung der Musikbranche dienen sollten. In Wahrheit flossen in die Konstrukte dann die Einnahmen aus CD-Verkäufen und den Tour-Erlösen. Ein Richter sagte, Sinn der Firmen sei lediglich Steuervermeidung gewesen.

Und die Einnahmen der Band waren beträchtlich. Rund 45 Millionen Alben hat Take That verkauft. Dazu kamen Millionen durch Konzerte und Merchandise-Artikel wie T-Shirts und Poster. Allein in Großbritannien hatte Take That 27 Top-40-Singles. Elf Songs stürmten an die Spitze der Charts – ebenso wie sieben Alben.

Vor zwei Jahren wurde Gary Barlow, Hauptsongschreiber der Band, von Queen Elizabeth II. mit dem „Order of the British Empire“ ausgezeichnet. Den soll er jetzt zurückgeben, forderte am Montag die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses im britischen Unterhaus, Margaret Hodge. Auch in den Medien hat Barlow sein bislang braves und sauberes Image verloren.

Rückendeckung bekommt Gary Barlow dagegen von Premierminister David Cameron. Er müsse seine Auszeichnung nicht zurückgeben, sein Steuerverhalten sei aber falsch, so der Premier. Seltsam: Cameron hatte im vergangenen Jahr öffentlich massiv Steuerflucht angeprangert. Jetzt scheint er im Fall Barlow auf Nachsicht zu plädieren.

In Großbritannien tragen zahlreiche Menschen, die im Verdacht der - nicht strafbaren - Steuervermeidung stehen, vom Königshaus verliehene Ehrentitel. So haben die zu Rittern geschlagenen Gebrüder Barclay für ihr Nobelhotel Ritz in London 17 Jahre lang keine Unternehmenssteuern bezahlt.

"Es ist Jahre her, dass Geld mir etwas bedeutet hat. Es war immer einfach da“, sagte Barlow vor zwei Jahren in einem Interview mit dem Guardian. Eine Äußerung die nach den Steuerhinterziehungs-Vorwürfen gegen den Sänger in einem ganz anderem Licht erscheint.

 

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