Verhärtete Fronten, keine Einigung 1860 gegen Jaekel, Eichin und Runjaic geht in die nächste Runde

, aktualisiert am 16.03.2017 - 12:49 Uhr
Ein Bild aus längst vergangenen Zeiten: Im Oktober 2016 standen Chefscout Peer Jaekel (l-r), Sportdirektor Thomas Eichin und Trainer Kosta Runjaic noch gemeinsam in Diensten des TSV 1860 München. Heute trifft man sich vor Gericht. Foto: sampics/Augenklick

Einst waren Chefscout Peer Jaekel, Trainer Kosta Runjaic und Sportchef Thomas Eichin Wunschkandidaten des TSV 1860 München. Als der sportliche Erfolg ausblieb, ging man jedoch Ende 2016 im Streit auseinander.

 

Heute sehen sich die vier Parteien vor Gericht wieder. Die AZ hält sie über die einzelnen Entscheidungen an dieser Stelle stets aktuell auf dem Laufenden.

Jaekel vs. 1860: Vorwurf "Fehleinkauf Boenisch"

Die Löwen versus Ex-Löwen, die Erste: Die Güteverhandlung zwischen dem ehemaligen 1860-Scout und Kaderplaner Peer Jaekel und dem TSV 1860 am Donnerstagvormittag vor dem Arbeitsgericht hat zu keinem Ergebnis geführt. Die Löwen hatten Jaekel zu Jahresbeginn am 6. Januar 2017 fristlos gekündigt, dieser eine Kündigungssschutzklage eingereicht.

Sechzigs Vorwurf an Jaekel, der nun im Kammerverfahren am 19. Mai geklärt werden soll: Fehleinkauf eines Spielers. Es handelt sich dabei um den Verteidiger Sebastian Boenisch, der im November als vertragsloser Akteur zu den Sechzgern gewechselt war. Der von den Giesingern beauftragte Anwalt Tassilo König argumentierte, dass Jaekel im Rahmen des Medizinchecks nicht erkannt haben soll, dass eine Verpflichtung Boenischs ein großes Risiko dargestellt hatte. Der Pole hatte sich kurz nach seinem Wechsel einen Muskelfaserriss zugezogen, mittlerweile zählt er unter Neu-Coach Vitor Pereira zur Stammbesetzung.

Jaekel erklärte nach der Verhandlung: "Ich würde sagen, dass wir eine gute Position haben. Wie gesagt: Ich kann mich nicht über einen Mediziner hinwegsetzen. Das ist Kern der Aussage. Wenn man jetzt sieht, dass der Spieler jetzt Stammspieler ist, sollte man eigentlich davonausgehen, dass man alles richtig gemacht hat. Aber was die Gegenseite jetzt vorbringen möchte, kann ich nicht so richtig sagen - da hat der gegnerische Anwalt etwas in Rätseln gesprochen."

Auch keine Einigung mit Runjaic und Eichin

Bei beiden nacheinander stattfindenden Verhandlungen kam es auch nicht zu einer gütlichen Einigung, die Daten der Kammerverfahren stehen noch nicht fest.

Der von 1860 beauftragte Anwalt Tassilo König war sichtlich darum bemüht, die Gründe der eingestellten Gehaltszahlungen beider Ex-Funktionäre nicht ans Tageslicht zu befördern.

Runjaics Anwalt Sidney Balan erklärte, dass man sich bei einem Schlichtungsverfahren schon unterschriftsreif geeinigt hatte, die Löwen das Angebot aber schließlich doch abgelehnt hatten. Sechzigs Vorwürfe, die er nach wie vor nicht konkret wisse, seien "nach vernünftigen Maßstäben auch nur halbwegs nachvollziehbar."

König sprach von Fehleinsatz von Spielern und zweifelhaften Beratergeschäften - Balan wies die Vorwürfe entschieden zurück und kündigte an, dass man sich gegen rufschädigende Äußerungen der Löwen zur Wehr setzen werde.

Im Fall Eichin dürfte im Kammerverfahren erneut der in Jaekels Verfahren thematisierte Transfer von Boenisch zur Sprache kommen. Eichin, der als absoluter Fachmann nach eigener Aussage über 400 Spielertransfers abgewickelt hat, gab sich siegessicher, wollte aber eine schnelle Einigung: "Alles andere schadet den Löwen und auch meiner Person."

 

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