Tafel, Masken nähen, Nachhilfe & Co. Corona-Krise in München: Hier können Sie helfen

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Viele Münchner engagieren sich derzeit bei der Tafel, natürlich mit Handschuhen und Mundschutz. Foto: Steffen Horak/Münchner Tafel

In der Nachbarschaft, in Kliniken oder im Internet: Wir zeigen Ihnen, wo Sie in der Krise andere unterstützen können.

 

München - In diesen schwierigen Zeiten kann jeder ein Held sein, zum Beispiel, indem er zu Hause bleibt und so die Verbreitung des Coronavirus eindämmt. Viele Münchner möchten aber mehr tun als daheim sitzen und das Ende der Krise abwarten. Für sie haben wir Möglichkeiten zusammengesucht, sich zu engagieren – von der Essensausgabe an der Tafel, über Hausaufgabenhilfe im Internet bis zu Geldspenden.

Nachbarschaft

Mit spontaner Hilfe kennt sich die Münchner Freiwilligenhilfe aus: Der Verein wurde 2015 während der Flüchtlingskrise gegründet und bietet auch jetzt in Zeiten von Corona eine Plattform für Münchner, die helfen wollen, und Münchner, die Hilfe brauchen: etwa bei kleineren Besorgungen von Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Medikamenten auf Rezept oder dem Aufgeben von dringlicher Post. Nicht dazu gehören Fahrdienste oder die Kinderbetreuung.

Wer Hilfe benötigt, kann täglich unter der Telefonnummer 461 329 83 anrufen und wird innerhalb von 24 Stunden von einem Ehrenamtler zurückgerufen. Menschen, die helfen wollen, melden sich über muenchner-freiwillige.de, dort ist ein Formular auszufüllen. Auf der Seite findet sich auch ein Vordruck, der im Hausflur aufgehängt werden kann, etwa wenn man erkrankten Nachbarn Hilfe anbieten möchten.

Kliniken

Medizinische Einrichtungen und damit besonders die Menschen, die dort arbeiten, sind derzeit stark belastet. Zur Entlastung von Ärzten und Pflegern wird deshalb medizinisches Fachpersonal gesucht – zum Beispiel Medizinstudenten, aber auch Pfleger, die bereits in Rente gegangen sind.

Ein Kontaktformular gibt es unter muenchen-klinik.de oder Freiwillige schreiben eine E-Mail an freiwillige.helfer@muenchen-klinik.de. Erforderlich ist dabei die Angabe des Vor- und Nachnamens, die Qualifikation, mögliche Einsatzzeiten, die angedachten Tätigkeiten, eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie weitere wichtige Informationen. Derzeit besteht kein Bedarf an Helfern, die keinen medizinischen Hintergrund haben.

Mundschutz nähen

In vielen Berufen kann ein Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, doch überall ist Schutzkleidung knapp. Deshalb fordern Institutionen und Organisationen immer wieder dazu auf, Behelfsmasken zu nähen und zu spenden.

Das Kinderhaus Atemreich sammelt die selbstgenähten Masken. Adresse: Kinderhaus Atemreich, zu Händen Hanna Fleckenstein, Betreff: Mundschutz, Franz-Schrank-Straße 10, 80638 München.

Wichtig: Dreilagigen Baumwollstoff verwenden, der bei 60 Grad gewaschen werden kann. Man braucht Stoffreste, 50 cm Gummiband, eine Nähmaschine, Stecknadeln und Garn. Zuerst werden die Stoffstücke für Futter und Oberseite aneinandergenäht, anschließend der Atemschutz gefaltet und mit einem Gummiband versehen.

Münchner Tafel

Momentan ist nur die Ausgabestelle der Münchner Tafel am Großmarkt geöffnet, trotzdem werden sowohl Helfer für die Lebensmittelausgabe als auch Fahrer gesucht. Denn: Viele Ehrenamtler der Tafel gehören zur Risikogruppe und können derzeit nicht arbeiten. Interessierte melden sich unter muenchner-tafel.de oder – wer kein Internet hat – unter der Telefonnummer 0173- 43 55 875. Es sollten sich allerdings nur Menschen melden, die sechs Stunden am Stück Zeit haben.

Nachhilfe

Über 2.500 Nachhilfepaare hat die Plattform "Studenten bilden Schüler" deutschlandweit schon vermittelt – derzeit arbeiten sie ausschließlich am Computer miteinander, sonst treffen sie sich ein oder zweimal in der Woche.

Gerade jetzt, wo die Schulen geschlossen haben und daheim gelernt werden muss, sind viele Kinder umso mehr auf Hilfe angewiesen. Wer sich interessiert, meldet sich unter studenten-bilden-schueler.de an. Das Projekt ist langfristig angelegt, auch für die Zeit nach Corona – ein Führungszeugnis ist notwendig.

Digitales Engagement

Wer spezielle Kenntnisse am Computer hat, kann Organisationen auch vom heimischen Computer aus unterstützen. Die Engagierten der Münchner Freifunk-Community stellen gemeinnützigen Orgas und Privatmenschen ein datenschutzfreundliches Videokonferenz-Tool unter ffmuc.net zur Verfügung.

Professionelle aus dem Design-, Kommunikations- oder Digitalbereich können Organisationen unterstützen bei youvo.org. IT-Experten können Rechnerkapazitäten für die Erforschung des Coronavirus zur Verfügung stellen: foldingathome.org. Überall sind Vorkenntnisse erforderlich.

Spendenkonto

Viele Organisationen, Privatpersonen und Projekte sind gerade jetzt auf Geldspenden angewiesen. Mit dem Spendenkonto "Corona-Hilfe" unterstützt die Stadt München Menschen oder Projekten dort, wo die Hilfe dringend gebraucht wird – sei es bereits jetzt akut oder zu einem späteren Zeitpunkt zur Minimierung der Spätfolgen. Die Spenden gehen an soziale Organisationen und Projekte, aber auch als Anerkennung an Helfer, denen eine kleine Freude bereitet wird.

Stadtsparkasse München, IBAN: DE86 7015 0000 0000 2030 00, Verwendungszweck: 9325415183

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