Täter vor Gericht München: Streit um Handyvideo - Mann (22) wird ins Bein geschossen

Er hat geschossen: Der 27-jährige Münchner ist wegen versuchtem Totschlag angeklagt. Foto: Daniel von Loeper

Wegen einem Handyvideo geraten zwei Männer in Streit. Tagelang schaukelt sich die Sache hoch, dann fällt ein Schuss. Nun steht der Schütze vor Gericht.

 

München - Der Streit schaukelte sich über Tage hoch und endete mit einem Pistolenschuss. Das 22-jährige Opfer musste ins Krankenhaus und mit einem Einschuss in den Oberschenkel operiert werden. Der Täter floh in seinem BMW vom Tatort.

Seit gestern sitzt Barak T. (27, Namen geändert) auf der Anklagebank des Landgerichts. Wegen versuchten Totschlags. Zwei Tage vor dem Schuss hatte es den ersten Streit zwischen den beiden Kontrahenten gegeben – weil Alexander K. (22) ein Handyvideo von der Schwester und der Ex-Freundin des Angeklagten gemacht hatte.

Streit um Handyvideo eskaliert - Schüsse fallen

Als der 27-Jährige erklärte, dass er das nicht wolle, hörte Alexander K. laut Anklage mit dem Filmen auf und entschuldigte sich. "Ja, alles gut, passt", habe Barak T. geantwortet.

Doch es passte überhaupt nicht. Am nächsten Tag beorderte er den 22-Jährigen, den er aus der Nachbarschaft kennt, zum Multikulturellen Jugendzentrum in der Westendstraße. Hier drohte er ihm mit einer Pistole, die sein Opfer für eine Gaspistole hielt. "Familie tabu", habe Barak T. gesagt.

Alexander K. entschuldigte sich erneut und dachte, damit wäre die Sache ausgestanden. Doch Barak T. soll dann das Gerücht in die Welt gesetzt haben, dass er dem 22-Jährigen die Waffe an den Kopf gehalten und sich dieser deswegen "eingekackt" habe.

Falsches Gerücht in die Welt gesetzt

Jetzt war es an Alexander K., eine Aussprache zu fordern. Die beiden trafen sich am 15. November und nach fünf Minuten Streitgespräch mit wechselseitigen Beleidigungen fiel der Schuss.

Zwei Zeugen forderten den Schützen auf, die Waffe wegzunehmen. Auch sie erkannten wie das Opfer nicht, dass es sich um eine scharfe Waffe des Kalibers 5,6 mm handelte.

Barak T. ging rückwärts zu seinem Auto und soll laut Anklage noch zwei Mal ungezielt geschossen haben, ohne jemanden zu treffen.

Schuss soll sich aus Versehen gelöst haben

In einem Brief aus dem Gefängnis hat sich der 27-Jährige bei seinem Opfer entschuldigt. Er schreibt, dass sich der Schuss aus Versehen gelöst habe, dass er keine Absicht gehabt hatte, den 22-Jährigen zu verletzen.

Der erklärt vor Gericht, dass ihm die Kugel zwar tief in den Oberschenkel gefahren sei. Er sich aber vollständig von der Verletzung erholt habe.

Der Prozess dauert an.

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