Syrien Verstärkte syrische Offensive gegen Deir al-Zor

Syrische Sicherheitskräfte haben ihre vor einer Woche begonnene Offensive gegen die Stadt Deir al-Zor verstärkt. 200 Panzer seien im Morgengrauen des Sonntags in die Protesthochburg im Nordosten des Landes eingerückt, berichteten syrische Oppositionelle in Beirut.

 

Damaskus/Beirut - Die Stadt sei massiv mit Granaten beschossen worden. Nach ersten Einschätzungen seien mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

In Damaskus nahm der Geheimdienst in der Nacht zum Sonntag den Oppositionsführer und Arzt Walid al-Bunni fest. Von Männern in Zivil sei er zusammen mit seinen beiden Söhnen an einen unbekannten Ort verschleppt worden, teilten syrische Aktivisten im Libanon mit. Al-Bunni hatte wegen seines Einsatzes für die Menschenrechte schon mehrfach im Gefängnis gesessen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte den syrischen Machthaber Baschar al-Assad auf, das gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten umgehend zu stoppen. In einem Telefonat äußerte sich Ban besorgt über die zunehmende Gewalt in Syrien und die steigenden Opferzahlen, wie aus einer am Samstagabend (Ortszeit) verbreiteten Mitteilung der Vereinten Nationen in New York hervorging. Assad wiederum habe auf die vielen Toten unter den Sicherheitskräften verwiesen.

Ban forderte ein sofortiges Ende der Gewalt und auch ein Ende der Massenverhaftungen in Syrien. Nur so könnten die jüngst von Assad angekündigten Reformen ihre Glaubwürdigkeit behalten. Erst vor zwei Tagen hat Assad neue Parteien- und Wahlgesetze in Kraft gesetzt. Doch diese ändern nach Ansicht von Beobachtern kaum etwas am System, das einen Regierungswechsel durch das Wählervotum weiterhin unmöglich macht. Am Samstag wurden noch für dieses Jahr Parlamentswahlen angekündigt.

Die Golfstaaten riefen ihr arabisches Bruderland dringend zu Reformen auf. Das Blutvergießen müsse enden und die Bestrebungen der Bürger müssten anerkannt werden, verlangte der Golf-Kooperationsrat (GCC) am Samstag. Die GCC-Staaten seien besorgt über die massive Anwendung von Gewalt in Syrien, heißt es in der Erklärung, die vom GCC-Generalsekretariat in Riad veröffentlicht wurde. Darin wird "die sofortige Beendigung aller bewaffneten Aktionen, ein Ende des Blutvergießens sowie Besonnenheit" gefordert. Stattdessen seien echte Reformen notwendig, die die Rechte des Volkes bewahrten und dessen Bestrebungen Anerkennung zollten. In der Organisation sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, Kuwait und Oman zusammengeschlossen.

 

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